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Naturpark 2030

In welchem Naturpark wollen wir leben?

Gemeinsam die Zukunft der Region gestalten

Der Naturpark Stromberg-Heuchelberg schreibt im Jahr seines 40jährigen Bestehens seinen Naturpark-Plan fort. Als Leitfaden für die Entwicklung des Naturparks werden darin inhaltliche Schwerpunkte, Ziele und Projekte für die zukünftige Naturparkarbeit festgeschrieben.

Wo geht die weitere Reise hin? In welchem Naturpark wollen wir leben? Welchen Naturpark wollen wir unseren Kindern und Enkeln hinterlassen?

Konkret: Welche Ziele sollte sich der Naturpark setzen? Welche Projektideen gibt es? Welche Vision wird für die Zukunft entwickelt?

Der Naturpark Stromberg-Heuchelberg arbeitet dabei nicht im luftleeren Raum: das Bundesnaturschutzgesetz sowie das 2018 verabschiedete „Wartburger Programm“ des Verbands Deutscher Naturparke beschreiben die vier grundlegenden Handlungsfelder der Naturparkarbeit. Diese vier Handlungsfelder sind Naturschutz, Erholung, Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie die nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums. Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt angesichts des Klimawandels und brennender Kontinente immer mehr an Bedeutung. Mit dem Naturparkplan soll deshalb auch versucht werden, die Nachhaltigkeitsziele der Region in die globalen Nachhaltigkeitsziele der UN einzupassen. 

Ideen für die Region? - Ihre Meinung ist gefragt!

In insgesamt sieben Workshops und zwei Klausurtagungen sollen auch Akteure und Experten aus der Region eingebunden werden und zu Wort kommen. Nur wenn wir die Erwartungen der Region kennen, können wir für die Region passende Angebote entwickeln.

Auch die Bevölkerung kann sich einbringen. Haben Sie Hinweise, Kritikpunkte, Projektideen? Schicken Sie uns Ihre Gedanken zu (info@naturpark-stromberg-heuchelberg.de). Damit sie in den Planungsprozess einfließen können, sollten die Rückmeldungen bis Ende Februar an der Geschäftsstelle vorliegen.

Den Auftakt für die Fortschreibung unseres Naturparkplans 2030 bildete die 1. Mitglieder-Klausur am 12. Februar 2020 im Forum in Oberderdingen, moderiert vom Büro neulandplus, das unseren Naturparkplanprozess begleitet. Dabei wurden die Ziele und Rahmenbedingungen des Planungsprozesses vorgestellt. Naturparkvorsitzender Andreas Felchle umriss in seiner Begrüßung den Wandel des Naturparks seit seiner Gründung vor 40 Jahren von einem Verteilinstrument von Naturparkfördergeldern für Grillhütten und Sitzbänke zu einem Instrument für eine nachhaltige Entwicklung des Ländlichen Raums mit eigener Stimme.

Die Naturparkarbeit heute habe nur noch wenig mit den Auftritt und den Aktivitäten des Naturparks im Jahr 2000 zu tun. „Der Naturpark hat in vielen Bereichen sehr gute Arbeit geleistet“, betonte Felchle. Viele Rahmenbedingungen haben sich aber geändert, neue Anforderungen wie beispielsweise der Klimaschutz sind hinzugekommen. „Wir müssen auf diese Herausforderungen reagieren, als Verein aber immer darauf achten, dass wir nicht im Bemühen um eine weitere Optimierung und Verbesserung die Mitglieder zurück lassen oder verlieren oder dass wir uns mit Blick auf die begrenzten Ressourcen überheben“, so der Naturparkvorsitzende. 

Über allem stehe der Leitsatz, dass der Naturpark nicht als Reglementierer auftritt, sondern der Region Angebote machen wolle. Die Akteure der Region sollen dazu eng eingebunden werden. Diesem Ziel dienen verschiedene Workshops zwischen März und Mai zu verschiedenen Themenstellungen. Zum Jahresende soll der Naturparkplan fertig vorliegen – quasi ein Geburtstagsgeschenk zum 40jährigen Bestehen. Der Naturpark war in den vergangenen Jahren bereits in unterschiedlicher Intensität in den vier Kernthemenbereichen Naturschutz, Erholung, Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie nachhaltige Regionalentwicklung aktiv. In Gruppenarbeit wurden die seitherigen Aktivitäten diskutiert, herausgearbeitet was gut lief, wo es noch Entwicklungspotenzial gibt. Die Gewinnung von Landwirten und Wengertern als Naturparkpartner, die stärkere Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing der umliegenden Großstädte, der Ausbau barrierefreier Angebote oder die Nutzung von Ausgleichsmaßnahmen zur Umsetzung regionaler Biotopvernetzungskonzepte waren Teil einer ersten Ideensammlung, die in den Workshops fortgesetzt und vertieft werden soll.

„Es war zu spüren, dass das Thema nachhaltige Entwicklung zwischenzeitlich viel stärker präsent ist, als dies bei der Erarbeitung des Naturparkplans 2020 der Fall war“, resümierte Naturparkleiter Dietmar Gretter die Klausurtagung. „Mit unseren Naturparkmärkten, den Naturparkführern und sonstigen Veranstaltungen und Einrichtungen haben wir als Naturpark vielfältige Ansatzpunkte, diese oftmals sperrigen Themen so zu präsentieren, dass sie auch als Beitrag zur Lebensqualität für die Bewohner und Besucher des Naturparks erkennbar werden. Wir freuen uns auf die Diskussionen und Ideen in den Workshops.“

Parallel zu den Workshops werden die Gemeinderäte der Mitgliedskommunen informiert und befragt. Die Ergebnisse der Workshops werden in einer zweiten Mitgliederklausur im September beraten. Im November soll dann der neue Plan im Rahmen eines GenussScheune-Termins in Cleebronn der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Zusammenarbeit intensivieren, Bekanntheit erhöhen, Gastronomie einbinden

Zum ersten von insgesamt sieben Workshops im Rahmen der Fortschreibung des Naturparkplans trafen sich am 2. März rund 25 Touristiker aus der Naturparkregion um Zielfelder zu finden, die Rahmen- und Orientierungslinien für die zukünftige und wünschenswerte Entwicklung im Naturpark in den kommenden fünf bis 10 Jahren darstellen sollen. In seiner Begrüßung forderte Naturparkvorsitzender Andreas Felchle explizit dazu auf, sich beim Workshop bewusst keine Denkverbote aufzuerlegen sondern auch „undenkbare“ Vorschläge einzubringen. Beteiligt waren nicht nur Vertreter der Mitgliedsgemeinden, der Tourismusverbände und der touristischen Leistungsträger aus der Region. Auch Inklusionsbeauftragte oder die Familienherberge Lebensweg aus Schützingen ergänzten die Runde. Dies verdeutlicht ein wichtiges Ziel des Naturparkplans: Naturerlebnis und Erholungsangebote sollen sich an alle Bewohner und Besucher der Region richten, unabhängig von persönlichen Einschränkungen. Zum Auftakt waren die Workshopteilnehmer aufgefordert zu beschreiben, was für sie persönlich das Herzstück des Naturparks darstellt. Meistgenannt waren die naturnahe, kleinteilige Kulturlandschaft mit ihrer Beschaulichkeit und den vier „Ws“ – Wälder, Wein, (Obst)Wiesen und Wasser. Auch das Naturparkzentrum mit seinen Ausstellungen mochten viele Workshopteilnehmer nicht mehr missen. Und schließlich wurde auch das gute Miteinander der Akteure in der Region genannt. Dieses Miteinander betonten auch die Geschäftsführerinnen der hiesigen Tourismusverbände, Christina Lennhof für den Kraichgau-Stromberg-Tourismus und Tanja Seegelke für das Heilbronner Land, in ihren Impulsvorträgen. Beide sahen hier gute Ansätze, aber auch noch Potenzial. In drei Arbeitsgruppen zu den Themen „Besondere Naturerlebnisse“, „Wandern“ und „Radfahren“ sollten Ziele und Leitprojekte erarbeitet werden, um die Potenziale weiter ausschöpfen zu können. Moderiert durch Josef Bühler und Gerda Peuling vom Büro neulandplus brachten die Teilnehmer viele Anregungen und Impulse ein. Waren dies im Themenfeld „besondere Naturerlebnisse“ die barrierefreie Inszenierung der Aussichtspunkte der Region nach einem einheitlichen Konzept, das Angebot von Microadventures und Trekkingplätzen als naturnahe Übernachtungsmöglichkeit in den Stromberg-Wäldern oder die Konzeption profilgebender Events, standen bei den Themen „Wandern“ und „Radfahren“ insbesondere die Ausarbeitung von Angeboten für verschiedene Zielgruppen im Vordergrund, vom Mountainbiker bis zum Genussradler mit E-Bike. In allen drei Arbeitsgruppen wurde die Bedeutung der Rahmeninfrastruktur (Gastronomie, öffentlicher Nahverkehr) betont, und gerade bei diesen Handlungsfeldern ist auch die Bedeutung der regionalen Zusammenarbeit, ggf. über Kreisgrenzen hinweg, offensichtlich. Naturparkleiter Dietmar Gretter freute sich über die vielen guten Vorschläge für die künftige Naturparkarbeit im Handlungsfeld Erholung und dankte den Workshopteilnehmern für ihre engagierte Mitarbeit im Workshop: „Der Naturpark lebt von seinem engmaschigen Netzwerk an Akteuren aus den Themenbereichen Tourismus, Naturschutz und Landnutzung. Nur gemeinsam mit unseren Mitgliedsgemeinden und diesen Akteuren kann eine echte nachhaltige Entwicklung der Naturparkregion gelingen“.

Handlungsfelder der Naturparkarbeit

Naturparkplan 2020

Der aktuelle Planungsprozess schreibt den bisherigen Naturparkplan aus dem Jahr 2010 fort. Viele Inhalte des Planwerks sind heute noch aktuell.

Naturparkplan 2020

 

 

Dieses Projekt wird gefördert nach der Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz zur Gewährung von Zuwendungen für Naturparke in Baden-Württemberg (VwV NPBW) aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg, der Lotterie Glücksspirale und der Europäischen Union (ELER).

Weitere Infos zu den Zielen der Europäischen Union zur Entwicklung des Ländlichen Raums 2014 - 2020

www.ec.europa.eu


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