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Blühender Naturpark

Ein Beitrag zur biologischen Vielfalt

Abflug in den Blühenden Naturpark Stromberg-Heuchelberg!

Im Rahmen der landesweiten Kampagne 'Blühende Naturparke' engagieren sich die Naturparke Baden-Württembergs für den Erhalt der Biodiversität. Unterstützt durch das Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt der Landesregierung werden innerörtliche Flächen durch die Anlage von mehrjährigen, gebietsheimischen Wildblumenwiesen und/oder durch Pflegeumstellung ökologisch aufgewertet. Ziel des Projektes ist es, ganzjährigen Lebensraum und ein vielfältiges Nahrungsangebot für Schmetterlinge, (Wild-)bienen, Laufkäfer und Co. zu schaffen. Die Vielfalt an Wildblumen darf dabei auch den Menschen eine Freude sein, bewundert werden und als Outdoor-Labor für Kindergärten und Schulen dienen.

Alle können mitmachen! Ob in der Kommune, auf dem Betriebsgelände, im Privatgarten, im Verein und im Verband oder mit der Kirche - Jeder Quadratmeter zählt! Gemeinsam bringen wir den Naturpark zum Blühen und Summen!


 

'Online-Forum Blühender Naturpark'

am Freitag den 26. März 2021 von 10 bis ca. 13 Uhr

 

Das diesjährige Forum richtet sich an Unternehmen, Naturparkgemeinden und interessierte Privatpersonen. Thematisiert werden Projekthintergründe und Umsetzungsmöglichkeiten auf dem Betriebsgelände und innerhalb der Kommune.

Welche Erfahrungen wurden in den Gemeinden gesammelt?

Wie ist der aktuelle Stand der Projektflächen im Naturpark und wie sieht das Projektjahr 2021 aus?

Sie möchten Ihr Betriebsgelände ökologisch aufwerten?

Biodiversitätsberater Dr. Philipp Unterweger referiert zu Umsetzungsmöglichkeiten der naturnahen Gestaltung auf Unternehmensflächen. Die Umweltreferenten Thomas Lehenherr und Jens Wehner stellen das deutschlandweit bekannte, breit aufgestellte Biodiversitätskonzept ihrer Stadt Bad Saulgau vor. Nach den Fachvorträgen besteht bei einer anschließenden Diskussion die Gelegenheit, sich intensiver über die einzelnen Schwerpunkte zu informieren und auszutauschen.


Einladung und Programm als Download


Anmeldung

Wir bitten um eine formlose Anmeldung per Email unter Angabe Ihres Namens und der teilnehmenden Institution. Wir senden Ihnen per Email den Teilnahmelink zur Veranstaltung zu. Mit Ihrer Anmeldung erklären Sie sich einverstanden dass Ihr Name, Ihre Institution und Ihre angegebene Mail-Adresse im Rahmen der Online-Veranstaltung für alle Teilnehmer sichtbar ist (Teilnehmerliste).

 

Bitte melden Sie sich bis zum 20. März 2021 an:

E-Mail: m.volz@naturpark-stromberg-heuchelberg.de

Telefon: 07046 / 88 15 123

Blühender Naturpark #G_Artenschau

Die Eppinger Gartenschau wird auf das Jahr 2022 verschoben! Weitere Informationen finden Sie unter: gartenschau-eppingen.de

 

Das landesweite Projekt Blühende Naturparke ist durch den Ausstellungsbeitrag des Blühenden Naturparks Stromberg-Heuchelberg in Kooperation mit der Stadt Eppingen auf der Eppinger Gartenschau vertreten.

 

 

Entdecken Sie in unserer #G_Artenschau die faszinierende Welt der Insekten neu. Insekten sind nicht nur wichtige Bestäuber, sondern stellen auch die Nahrungsgrundlage vieler Tiere dar.

Was können wir gegen den erschreckenden Rückgang der Insekten tun? Vielfältige Strukturen sorgen für Artenvielfalt.

Haben Sie jemals überlegt...

...wo Insekten überwintern?
...wovon sich die Raupen der Schmetterlinge ernähren?
...wo Wildbienen ihre Eier ablegen?

Im Rahmen von Aktionstagen mit Naturparkführer:innen werden Mitmach-Aktionen für die ganze Familie angeboten. Spektakuläre Bilder von sagaOptics zeigen die Krabbeltiere in eindrücklichen Dimensionen. Künstlerisch-kreativ greift Kukuk Spiel- und Naturräume das Thema auf, schafft Anregungen für den eigenen Garten.

Der Naturpark lädt Sie herzlich ein: Schauen, riechen und hören Sie genau hin! Machen Sie mit! Jeder Quadratmeter zählt!


Projekthintergrund

Abflug in den Blühenden Naturpark!

Ein Beitrag zur biologischen Vielfalt

Unsere einzigartige Kulturlandschaft lebt von struktureller Vielfalt, aus der eine Vielzahl von Lebensräumen hervorgeht. Insekten bilden die artenreichste Tierklasse. Unter ihnen befinden sich nicht nur wichtige Bestäuber, sondern auch viele weitere Nützlinge. Sie halten unsere Ökosysteme im Gleichgewicht und sorgen dafür, dass wir unser leckeres Essen genießen dürfen. Über 90% aller blühenden Wildpflanzen, sowie der Großteil unserer Nutzpflanzen, sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. In der Nahrungskette stellen Insekten für viele weitere Tierarten die Lebensgrundlage dar.

Unsere Natur ist ein 'Netzwerk'

Das Insektensterben wurde im Jahr 2017 durch die sogenannte Krefelder Studie wissenschaftlich bestätigt.

Die Forschungsergebnisse zeigen auf, dass in den letzten 27 Jahren die totale Biomasse der fliegenden Insekten um 75% zurückgegangen ist.

Eine besorgniserregende Zahl!

 

 

 

Die Ursachen für den Insektenschwund sind komplex. Unter anderem tragen die folgenden Punkte dazu bei:

  • Der Einsatz von Pestiziden und Insektiziden
  • Der Verlust kleinstrukturierter, bäuerlicher Landwirtschaft (Landnutzungswandel)
  • Der Verlust von Lebensraum durch Flächenversiegelung bei der Ausweitung von Städten
  • Zerschneidung der Lebensräume durch Verkehrswege
  • Verwendung von gebietsfremden und hochgezüchteten Pflanzen, die für heimische Insekten aufgrund spezialisierter Anpassung nicht nutzbar sind

 

Zu häufiges und zu seltenes Mähen nimmt zudem Einfluss auf die Sterblichkeit der Insekten. Zum einen durch die Mahd selbst, zum anderen aufgrund der Verarmung der Pflanzenarten.

Insekten haben sich im Laufe der letzten Jahrhunderte an die von der Nutzung des Menschen geprägte Landschaft angepasst. Aufgrund ihres kurzen Lebenszyklus und ihrer geringen Mobilität reagieren viele Arten sehr empfindlich auf Umweltveränderungen.

Wie können wir Insekten helfen?

Naturnahe, artenreiche Wildblumenwiesen bieten Insekten ein Zuhause. In Mitteleuropa zählen Mähwiesen zu den artenreichsten Lebensräumen - zu Hotspots der Biodiversität!

Durch ökologisch wertvolle Wildblumenwiesen als öffentliches Grün, in Privatgärten, auf dem Betriebsgelände oder auf sonstigen Flächen, schaffen wir neue Lebensräume und ein vielfältiges Nahrungsangebot. Die Vernetzung dieser 'Lebensraum-Trittsteine' ist in unserer zergliederten Landschaft extrem wichtig. Viele Insekten haben sich in ihrem Lebenszyklus und in ihrem Nahrungsspektrum an spezielle Pflanzenarten angepasst. Der Flugradius vieler unserer heimischen Wildbienen beträgt, je nach Art, jedoch oft nur 50 bis 300 Meter.

Daher gilt - egal ob bei der Anlage großer oder kleiner Flächen: Jeder Quadratmeter zählt!

Nicht allein der Naturpark Stromberg-Heuchelberg blüht auf!

Im Rahmen des landesweiten Projekts Blühende Naturparke blühen alle sieben Naturparke Baden-Württembergs auf. Die Naturparke Baden-Württembergs nehmen rund ein Drittel der Landesfläche und so Anteile von mehr als 70% aller Landkreise bzw. insgesamt 400 Naturparkgemeinden ein. Unterstützt durch das Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt der Landesregierung, können diese am Projekt im jeweiligen Naturpark teilnehmen und kommunale Flächen sowohl ökologisch als auch optisch aufwerten.


Teilnahme

Machen Sie mit!

Alle können mitmachen! Ob in der Kommune, auf dem Betriebsgelände, im Privatgarten, im Verein und im Verband, oder mit der Kirche - Gemeinsam bringen wir den Naturpark Stromberg-Heuchelberg zum Blühen und Summen.

Jeder Quadratmeter zählt!

Im Rahmen des Forums Blühender Naturpark informiert der Naturpark einmal im Jahr über den aktuellen Stand und Verlauf des Projektes. Fachexperten halten Vorträge rund um die Themen Insekten- und biologische Vielfalt. Das Forum dient dem Erfahrungsaustausch unter den Projektteilnehmenden und bietet die Möglichkeit der Diskussion und Beantwortung von Fragen.

Mehrjährige, gebietsheimisch zertifizierte Saatgutmischungen werden auf innerörtlichen Flächen in den Naturpark-Gemeinden ausgebracht: Ortseingänge, Verkehrsinseln, Straßenrandstreifen und Parks dürfen aufblühen und zu Bienenweiden, Falterfutter und Hummel-Tummel-Plätzen werden.

Im Rahmen des Projektes übernehmen die Mitarbeitenden der Bauhöfe die praktische Vorbereitung und Pflege der Flächen. Der Naturpark Stromberg-Heuchelberg unterstützt die Gemeinden organisatorisch bei der Beschaffung von mehrjähigem, gebietsheimischem Saatgut, bietet Beratungsmöglichkeiten an und übernimmt die Öffentlichkeitsarbeit. Gemeinsam mit Schulen und Kindergärten werden die kommunalen Flächen eingesät und thematisch durch die Lehrer:innen und Erzieher:innen aufbereitet.

2021 bietet der Naturpark Stromberg-Heuchelberg keine neue Seminarreihe für Mitarbeitende kommualer Bauhöfe an. Wir freuen uns dennoch über Ihre Teilnahme am Projekt. Sprechen Sie uns einfach an.

Es gibt vielfältige Möglichkeiten in der Gemeinde:

  • Anlage und fachgerechte Pflege vielfältiger Blühflächen mit gebietsheimischem, mehrjährigem Saatgut
  • Naturnahe Staudengesellschaften statt Wechselflor
  • Wildobsthecken anlegen und fachgerecht pflegen
  • Pflege kommunaler Streuobstwiesen
  • Information und Öffentlichkeitsarbeit
  • Engagement von Privatpersonen und Vereinen unterstützen
  • Qualifikation der Belegschaft

 

Unternehmen können ihre Firmenareale und Gewerbegebiete ökologisch aufwerten und sowohl durch firmeninterne als auch -externe Kommunikation als Multiplikatoren fungieren.

Ökologische Vielfalt geht über die Anlage einer Wildblumenwiese hinaus! Naturnahe Staudenpflanzungen, Dach- und Fassadenbegrünungen, insektenfreundliche Beleuchtung - es gibt viele Ansatzpunkte für eine naturnahe Gestaltung Ihres Betriebsgeländes.

Naturnah gestaltete Gewerbefläche und sonstige Areale tragen zur Artenvielfalt bei und bieten attraktive Arbeitsplätze und Pausenbereiche für Ihre Mitarbeitenden.

Unkontrollierte Wildnis? Muss nicht sein! Ökologisch wertvolle Maßnahmen lassen ästhetische Gestaltungsfreiheit zu und können Schritt für Schritt umgesetzt werden. Wichtig ist: Planen Sie die fachgerechte Pflege von Anfang an mit ein!

Hilfreiche Informationen:

Der Leitfaden 'Moderne Unternehmen im Einklang mit der Natur' bietet viele Ansätze für die ökologische Flächen- und Gebäudegestaltung.

Gerne senden wir Ihnen weitere Informationen zu. Setzen Sie sich mit uns in Verbindung.

Verfügen Sie über Rasenflächen, welche nicht oder nur zu einem kleinen Teil zum Liegen oder Spielen genutzt werden? Bauplätze die noch länger als fünf Jahre unbebaut bleiben? Randbereiche zu Hecken oder Mauern?

Solche Flächen lassen sich prima als naturnahe Wildblumenwiesen gestalten. Auch der Balkonkasten zählt.

Die Vorgehensweise, sowie hilfreiche Tipps zur Anlage einer insektenfreundlichen Wildblumenwiese finden Sie hier.

 

Einige Tipps für naturnahe Gestaltung Ihres Hausgartens:

  • Verschiedene, heimische und standortangepasste Blütenpflanzen verwenden
  • Früh-, mittel-, und spätblühende Pflanzen für ein durchgängiges Blühangebot bis in den Spätsommer pflanzen
  • Gefüllte und pollenarme Züchtungen vermeiden - diese sind für heimische Insekten nicht nutzbar
  • Kräuter und Gemüsepflanzen teilweise blühen lassen
  • Insektennisthilfen und Wasserstellen schaffen
  • Wildblumenwiese statt Schotterwüste im (Vor-)Garten als Verbesserung der Lebensqualität und des Stadtklimas
  • Reduktion der Mahdhäufigkeit
  • Anlegen einer 'Wilden Ecke' oder eines Wildbienen-Saumes als Überwinterungsmöglichkeit

 

Weitere Tipps für die naturnahe Gartengestaltung finden Sie unter Naturpark-Flyer und weiterführende Links.

In unserem Veranstaltungskalender finden Sie Angebote unserer Naturparkführer:innen zum Thema Insektenschutz, Wildkräuterbestimmung und naturnaher Gartengestaltung.


Übrigens: kennen Sie schon unsere WildkräuterWelt?

In unserem Outdoor Wildkräuter-Schaugarten am Naturparkzentrum in Zaberfeld können sie sich Anregungen für die naturnahe Gestaltung Ihres Gartens holen.

Weiten Sie Ihr privates Engagement auch auf Ihre Kirche, Ihren Verein oder Ihren Verband aus. Eine optisch attraktive und ökologisch wertvolle Gestaltung von Außenbereichen ist sowohl an Vereinsheimen als auch auf Kirchenanlagen möglich.

Das können Sie zur Förderung der biologischen Vielfalt tun:

  • Naturnahe Planung und Gestaltung von Außenbereichen
  • Insektenfreundliche Pflegemaßnahmen
  • Multiplikation: Informations- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Zusammenarbei mit Schulen und Kindergärten

 

Der Naturpark berät Sie gerne zur Anlage und Pflege von Blühwiesen auf Ihrem Außengelände. Wir freuen uns über eine Zusammenarbeit!


In wenigen Schritten zur Wildblumenwiese

Hier blüht Ihnen was!

Die richtige Anlage und Pflege einer naturnahen Wildblumenwiese ist nicht schwer, jedoch sollten ein paar wenige Grundsätze beachtet werden. Wie Sie in wenigen Schritten eine Wildblumenwiese anlegen, wird in unserem Flyer beschrieben.

Auf manchen Flächen sind schon einige Wiesenarten vorhanden. Hier ist eine Neuanlage nicht notwendig. In diesem Fall ist es besser die Pflege, bzw. Häufigkeit der Mahd, umzustellen - der Rest passiert (mit etwas Geduld) von ganz allein.

'Hinschauen lohnt sich!'

Schauen Sie Ihre Wiese vor Umbruch der Fläche an: Sind schon einige Wiesenarten vorhanden? Falls ja, kann hier vielleicht das natürliche Potential genutzt werden und eine Umstellung der Mahd ist ausreichend! Pflegen Sie die Wiese wie im Flyer beschrieben als Mähwiese und beobachten Sie, wie sich die Artenzusammensetzung mit der Zeit ändert.

Hier finden Sie Zeigerarten, welche auf bereits vorhandenes, natürliches Potential hinweisen (Quelle: Der illustrierte Pflanzenführer für unterwegs, 2018).

 

'Keine Mähwiese ohne Mahd - Schützen durch Nützen'

Die Artenvielfalt unserer Wildblumenwiesen ist im Laufe der letzten Jahrhunderte durch die extensive Nutzung durch den Menschen entstanden (z. B. zur Gewinnung von Viehfutter). Um die regionaltypische Artenvielfalt zu erhalten, muss eine Wiese regelmäßig gemäht werden, d. h. 1-3 Schnitte pro Jahr. Entscheidend ist der richtige Zeitpunkt im Jahresverlauf. Wird eine Wiese nicht gemäht, kommt es zur Artenverarmung, da sich konkurrenzstarke Arten (z. B. Gräser) gegenüber den langsamer wachsenden Wildkräutern durchsetzen. Bitte nutzen Sie bei der Mahd keinen Mulcher und führen Sie den Schnitt bestenfalls als Heumahd durch. Abschnittsweises mähen ermöglicht den Insekten eine Rückzugsmöglichkeit.

 

'Randbereiche stehen lassen'

Randbereiche mit heimischen Wildstauden werden von Insekten als Rückzugsmöglichkeit genutzt. Säume werden maximal 1x pro Jahr geschnitten. Vorzugsweise werden sie über den Winter stehen gelassen. Schneiden Sie generell abgestorbene Pflanzenteile bestenfalls erst Anfang Mai zurück - denn Insekten verstecken sich in Stängeln und Blättern zum Überwintern!

 

'Pflegeschnitte bei Dominanz von ungewollten Beikräutern'

Im ersten Jahr nach der Anlage sind häufig Pflegeschnitte notwendig, um die Konkurrenz schnellwüchsiger Beikräuter für die Ansaat zu verringern. Mehrjährige Wildkräuter bilden im ersten Jahr nach der Ansaat häufig nur eine bodennahe Blattrosette aus. Die Blüte erfolgt erst im zweiten Jahr. Diese sogenannten 'Schröpfschnitte' verhindern, dass die Wildkräuter-Keimlinge von Acker-Kratzdistel, Acker-Winde, Melde und Co. überwuchert und somit in ihrem Wachstum eingeschränkt werden. Die Schnitte sollten wiederholt in einer Schnitttiefe von 5-6 cm durchgeführt werden, wenn der Aufwuchs etwa in die Höhe einer 1,5 l PET-Flasche erreicht. Bitte das Mähgut abtragen und nicht mulchen!

 

Liste häufiger Beikräuter

Das richtige Saatgut ist von zentraler Bedeutung für die ökologische Wertigkeit und Stabilität der zukünftigen naturnahen Wildblumenwiese. Die optimale Voraussetzung bietet eine Mischung heimischer Arten von Gräsern und Wildkräutern, welche regional vermehrt werden!

Im Rahmen des Projekts sollten daher keine gezüchtete Kultursorten und gebietsfremde Arten in der Saatgutmischung enthalten sein. Diese sehen zwar auch schön aus, bieten jedoch vielen spezialisierten Insekten kein passendes Angebot an Pollen, Nektar oder Raupenfutter. Beziehen Sie am besten durch VWW- oder RegioZert zertifiziertes, mehrjähriges Saatgut heimischer Wildarten.

 

www.natur-im-vww.de

www.regiozert.de

 

Ist der Standort schattig oder sonnig, trocken oder feucht, nährstoffarm oder nährstoffreich? Je nach Standort und Boden entwickeln sich manche Arten besser als andere. Es gibt speziell angepasste Mischungen, jedoch auch einige Universalmischungen, welche auf den meisten Böden anwachsen. Von diesen Universalmischungen bleiben dann jene Arten auf der Fläche bestehen, welche zum jeweiligen Standort passen.

Bunte Streuobstwiesen dienen den Saatgutherstellern als Vorlage für ihre Saatgutmischungen.

Auf Streuobstwiesen finden sich viele gebietseigene blühende Pflanzenarten wie z. B. Margeriten, Storchschnabel, Witwenblumen, Flockenblumen, Schafgarbe, Disteln, Hahnenfuß, Pippau, Klee, Wiesensalbei sowie viele verschiedene Grasarten.

Baden-Württemberg hat insgesamt über 67.000 ha Mähwiesen, das entspricht knapp 40% der Mähwiesenflächen Deutschlands. Leider sind jedoch in den letzten Jahrzehnten schleichende Verluste der Mähwiesen in Baden-Württemberg zu verzeichnen. Es gibt hierfür zwei zentrale Gründe:

  • die Nutzung der Wiesen wird oftmals intensiviert, damit sie mehr Ertrag liefern
  • die Bewirtschaftung wird aufgegeben

 

Wichtiger Bestandteil des Blühenden Naturparks Stromberg-Heuchelberg sind die Streuobstwiesen als unsere Wildblumenwiesen vor der Haustür!

Die richtige Pflege einer Mähwiese

- Je nach Standort 1-3 x pro Jahr mähen. 1. Schnitt: Anfang bis Mitte Juni (zur Zeit der Margeritenblüte). Weitere 1-2 Schnitte folgen je nach Bedarf, spätestens aber Ende September.

- Mähen Sie vorzugsweise mit einer Sense oder einem Balkenmäher.

- Nehmen Sie das Mähgut auf!

- Führen Sie falls möglich eine Heumahd durch: Das Mähgut dafür vor der Abnahme 1-2 Tage auf der Fläche trocknen lassen, um eine Notreifung der Samen zu fördern. Dies unterstützt den Erhalt und die Ausbreitung der Wildblumen auf der Fläche.

 

Bitte verwenden Sie keinen Mulcher! Dies führt zum Verfilzen, d. h. Ersticken einiger Wildblumenarten sowie zur nicht gewünschten Nährstoffanreicherung.


Bisheriger Projektverlauf

Summ-ary

Der Schwerpunkt des Projekts Blühender Naturpark Stromberg-Heuchelberg lag 2018 - 2020 auf der ökologischen und optischen Aufwertung kommunaler Flächen, sowie der Schulung von Gemeindemitarbeiter:innen. Unter Einbezug der Kindergärten und Schulen, sowie mit begleitender Öffentlichkeitsarbeit sollen auch in Zukunft möglichst viele Menschen dafür begeistert werden, den Wildbienen, Laufkäfern, Schmetterlingen & Co. wieder mehr Lebensräume bereitzustellen.

In den Folgejahren wird das Projekt ausgeweitet: auch Unternehmen, Privatpersonen und Kirchen sollen weiter einbezogen werden, sodass ein dichtes Netz an ökologisch wertvollen und optisch ansprechenden Trittsteinen für Insekten entsteht.

 

Jahresrückblick 2020:

Im Naturpark Stromberg-Heuchelberg sind im Herbst 2020 ca. 4114 m² Wildblumenwiesen hinzugekommen. Wir bedanken uns herzlich für das große Engagement der Bauhöfe bei der Vorbereitung, Einsaat und Pflege der Blühflächen!

Das Forum 2020 konnte coronabedingt leider nicht stattfinden. Im Laufe des Jahres wurden in Vorbereitung auf die Herbsteinsaat 2020 verschiedene Flächen in fünf teilnehmenden Naturparkgemeinden besichtigt und Handlungsempfehlungen bzgl. der weiteren Flächenpflege gegeben. Auch im Jahre 2021 wird es wieder Beratungsmöglichkeiten für Gemeinden geben.

Im Naturpark Stromberg-Heuchelberg wurden seit 2018, durch Neuanlage oder Pflegeumstellung, ca. 40.000 m² neuer Lebensraum für Insekten geschaffen.

Eine schöne Zahl zum 40-jährigen Jubiläum des Naturparks. An dieser Stelle vielen herzlichen Dank an alle Projektteilnehmer:innen für Ihr tatkräftiges Engagement zum Erhalt der Biodiversität im Naturpark!

 

 

Seminarreihen 2018/2019 und 2019/2020

Im Jahr 2018 startete die erste Seminarreihe für Bauhofmitarbeiter:innen, zur Anlage und Pflege von naturnahen Wildblumenwiesen auf kommunalen Flächen. Die Schulung fand im Rahmen von sechs Terminen statt: Hierbei handelte es sich um praktische Anleitungen, welche anschaulich auf Flächen einer Pilotgemeinde stattfanden, sowie separate Beratungs- und Planungstermine, welche in jeder teilnehmenden Gemeinde vor Ort durchgeführt wurden.

Im Rahmen der ersten Schulungsreihe stellten acht Naturparkgemeinden Flächen zur Verfügung, die von den Mitarbeiter:innen der Bauhöfe praktisch vorbereitet wurden und auch zukünftig gepflegt werden. Mit tatkräftiger Unterstützung von Schulen und Kindergärten konnten somit bis zum Frühjahr 2019 mehr als 1,4 ha öffentliches Grün in einen blühenden Insekten- und Augenschmaus verwandelt werden.

Im Jahr 2019 wurde die Seminarreihe für neuinteressierte Naturparkgemeinden wiederholt. Insgesamt konnten in diesem Zeitraum bis zum Frühjahr 2020 in fünf zusätzlichen Gemeinden ca. 2,5 ha neuer Insektenlebensraum geschaffen werden. Wie schon im Jahr zuvor bereiteten Lehrer:innen und Erzieher:innen die Thematik mit den Kindern auf und beteiligten sich bei der Aussaat.

Wir freuen uns sehr über das große Engagement aller Beteiligten! Ein besonderer Dank geht an die Mitarbeiter:innen der Bauhöfe: Vielen herzlichen Dank für Ihren unermüdlichen Einsatz bei der Anlage und Pflege der Flächen, sowie für Ihre Mithilfe bei der Sensibilisierung der Bevölkerung zu diesem Thema.

Teilnehmende Gemeinden seit 2018

Güglingen, Knittlingen, Kürnbach, Maulbronn, Oberderdingen, Sternenfels, Sulzfeld, Zaberfeld

Teilnehmende Gemeinden seit 2019

Bönnigheim, Cleebronn, Eppingen, Ölbronn-Dürrn, Sachsenheim

Das Forum

Im Rahmen des Forums Blühender Naturpark informiert der Naturpark einmal im Jahr über den aktuellen Stand und Verlauf des Projektes. Fachexperten halten Vorträge rund um die Themen Insekten- und biologische Vielfalt. Das Forum dient dem Erfahrungsaustausch unter den Projektteilnehmenden und bietet die Möglichkeit der Diskussion und Beantwortung von Fragen. Eingeladen sind Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinden, Mitarbeitende der Bauhöfe und Bauämter, Landschaftserhaltungsverbände, Landfrauenverbände, Naturschutzvereine, Imkervereine, Kirchen und sonstige Interessierte.


Naturpark-Flyer und weiterführende Links

Wissenswertes und Zusatzinformationen


Ansprechpartnerin:

Marlene Volz

Telefon: 07046 / 88 15 123

Email: m.volz@naturpark-stromberg-heuchelberg.de

 

 


Dieses Projekt wird gefördert nach der Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz zur Gewährung von Zuwendungen für Naturparke in Baden-Württemberg (VwV NPBW) aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg, der Lotterie Glücksspirale und der Europäischen Union (ELER).

Weitere Infos zu den Zielen der Europäischen Union zur Entwicklung des Ländlichen Raums 2014 - 2020

www.ec.europa.eu


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