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Das landesweite Projekt Blühender Naturpark leistet im Rahmen des Sonderprogramms der Landesregierung zur Stärkung der biologischen Vielfalt einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiverstität.

Entdecken Sie in unserer #G_Artenschau die faszinierende Welt der Insekten neu. Spektakuläre Bilder von sagaOptics zeigen die Krabbeltiere in eindrücklichen Dimensionen. Künsterlisch-kreativ greift Kukuk Spiel- und Naturräume das Thema auf und schafft Anregungen für den eigenen Garten. Jeder Quadratmeter zählt!

Die naturnahe Gestaltung von Gartenspielraum und der vielfältige Einsatz von miteinanderleben runden den Naturpark-Beitrag auf der Gartenschau 2022 in Eppingen ab.

Schauen, riechen und hören Sie genau hin! Machen Sie mit!

 

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Werden demnächst bekannt gegeben!


Das Video

Der Sommer, die Stadt und Du



Wir möchten sensibilisieren, faszinieren und zum Nachdenken anregen.

Unsere Gärten sind kostbare Schatzkammern, die bewahrt werden müssen.

Vielfältige Strukturen schaffen Lebensraum und Artenvielfalt!

Wirf einen Blick in die Schatzkammer der Natur.

Gemeinsam mit unseren Partnern nehmen wir Dich mit auf eine beispielhafte und faszinierende Reise

durch unsere #G_Artenschau!


Mach mit!

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Schau mal!

Bestimme die Pflanzen mit der Flora-Incognita-App.

Schau Dir damit die vielfältigen Strukturen an.

Sie sorgen für Artenvielfalt!


Mach mal!

Mach mit im eigenen Garten! Lege eine Blühwiese an!

Hänge Nisthilfen auf! Totholzhaufen bieten Lebensraum!

 

Riech mal!

Schließe die Augen und rieche die Unterschiede der einzelnen Pflanzen!

Sie tragen zum Erhalt der Biodiversität bei!


Hör mal!

Schließe die Augen und höre, wo Insekten zuhause sind!

Sie sorgen für Artenvielfalt!

Zeig mal!

Zeig uns Deinen eigenen Garten! Lade Deine Fotos auf Instagram unter #G_Artenschau!


Wer die Artenvielfalt im eigenen Garten fördern will, orientiert sich an den in der Natur ablaufenden Prozessen und Abhängigkeiten.

Vielfältige Strukturen bieten Nahrungsquellen und Lebensräume für viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten.

Mit einfachen Maßnahmen kannst du deinen Garten in ein naturnahes Paradies verwandeln – sowohl für Dich, als auch für Insekten, Kleinsäuger, Vögel und Co.

Ein naturnaher Garten lässt sich kreativ und ästhetisch gestalten.

Grundsätze für einen naturnahen, strukturreichen Garten:

  • Verzicht auf Pestizide, Torf und synthetischen Dünger
  • Nutzbarer Lebensraum und Nahrungsangebot für die heimische Tierwelt
  • Lebendige Vielfalt statt Einheitsgrün: natürliche Veränderungen zulassen
  • Gebietsheimische, standortangepasste Wildpflanzen verwenden
  • Verschiedene regionale und recycelte Materialien nutzen
  • Weniger (Pflege) ist mehr

Weitere Informationen unter diesem LINK

Schon gewußt?

Langjährige Lebensräume für Insekten


Warum gebietsheimische Pflanzen?

Für unsere schwindenden Insekten sind heimische Wildblumen überlebenswichtig, denn über lange Zeit haben sich Pflanze und Tier aufeinander eingestellt und Abhängigkeiten entstehen lassen. Sind die gewohnten Blüten in der unmittelbaren Umgebung nicht vorhanden, ist das Überleben in Gefahr. Durch farbenfrohe Blühmischungen nicht heimischer Arten bedienen wir die Allrounder der Insekten, aber vernachlässigen die Spezialisten, die ebenso wichtig für die Artenvielfalt und die Bestäubung sind.

Indisches Springkraut, Lupine, Riesen-Bärenklau, Japanischer Staudenknöterich und Kanadische Goldrute – das sind einige der vielen inzwischen weit verbreiteten Pflanzen in unserem Umfeld, die wir je nach Artenkenntnis mehr oder weniger stark wahrnehmen. Alle gelten als fremde und invasive Pflanzenarten mit starkem Wachstum, die heimische Pflanzenarten verdrängen können. Innerorts wird häufig auf gezüchtete Kulturpflanzen wie beispielsweise gefüllten Rosenarten und andere gesetzt. Vieler dieser Arten produzieren keinen Nektar und Pollen und nützen den Insekten daher nicht.

Für unsere schwindenden Insekten sind heimische Wildblumen jedoch überlebenswichtig, denn über lange Zeit haben sich Pflanze und Tier aufeinander eingestellt und Abhängigkeiten entstehen lassen. So fliegen beispielsweise 30 Prozent der Wildbienenarten nur ganz bestimmte Pflanzen an, um dort nach Pollen und Nektar zu suchen. Sind die gewohnten Blüten in der unmittelbaren Umgebung nicht vorhanden, ist das Überleben in Gefahr. Durch farbenfrohe Blühmischungen nicht heimischer Arten bedienen wir die Allrounder der Insekten, aber vernachlässigen die Spezialisten, die ebenso wichtig für die Artenvielfalt und die Bestäubung sind. Ein Beispiel sind heimische Glockenblumen, auf die sich gleich 3 Wildbienenarten spezialisiert haben: die Kahle Schuppensandbiene, die Rote Schuppensandbiene und die Ungezähmte Glanzbiene.

Im Projekt „Blühende Naturparke“ werden Flächen umgestaltet, die bisher für Insekten wenig nutzbar sind. Bei der Neuansaat von Flächen nutzen die Naturparke gebietseigenes Saatgut, um wilde Blumenwiesen entstehen zu lassen. In diesem Saatgut finden sich ausschließlich wilde Blumensorten, die züchterisch nicht bearbeitet sind und regional gewonnen und produziert werden. Eine Zertifizierung garantiert die Herkunft des Saatguts. Die Pflanzen sind optimal an die Bedingungen vor Ort angepasst und können sich erfolgreicher etablieren.

Achten Sie daher bei der Anlage von Blühflächen auf gebietsheimische Arten, die auch mehrjährig eine stabile Gemeinschaft bilden. Sollten Sie bei der Anlage Unterstützung brauchen, melden Sie sich gerne unter info@bluehende-naturparke.de.

Ist die jährliche Bodenbearbeitung eine Todesfalle für Insekten?

Erfolgreich angelegte Wildblumenwiesen locken zahlreiche Insekten an. Viele Insekten, wie beispielsweise Wildbienen nisten im Boden und sind darauf angewiesen, dass der Boden von Herbst bis Frühjahr nicht bearbeitet wird. Ihr Nachwuchs schlüpft im Frühling des Folgejahres. Auch die neue Generation macht sich auf die Suche nach ihren Nahrungspflanzen und geeigneten Nistmöglichkeiten. Insektenschutz funktioniert daher nur mit der langjährigen Schaffung von Lebensraum und Nahrungsquellen.

Das Ziel von insektenfreundlichen Blühflächen ist die langfristige Schaffung von Nahrungsquellen und Lebensraum. Wildbienen nutzen ihr kurzes Leben, um Brutzellen zu bauen und mit ausreichend Nahrungsvorrat für die bald schlüpfende Brut zu versorgen. Die meisten Wildbienen nisten im Boden und legen dort lange, verzweigte Gänge an. Oft entwickeln sich die Larven noch im selben Sommer zu prächtigen Maden und überwintern als Puppe. Sobald die klimatischen Bedingungen im Folgejahr es erlauben, schlüpfen sie als fertig entwickeltes Fluginsekt und machen sich, genau wie ihre Mutter, auf die Suche nach ihren Futterpflanzen. Flächen, die nur einjährig als Blühwiese angelegt wurden können dem Nachwuchs keine Nahrung und keinen Lebensraum mehr bieten. Die Bearbeitung des Bodens zerstört Erdnester. Insektenschutz funktioniert daher nur mit der langjährigen Schaffung von Lebensraum und Nahrungsquellen.

Bei der Neuansaat von Flächen nutzen die Naturparke ausschließlich Saatgut von Pflanzen, die für viele Jahre auf der Fläche bestehen werden. In diesem Saatgut finden sich nur wilde Blumensorten, die züchterisch nicht bearbeitet sind und regional gewonnen und produziert werden. Die Pflanzen sind so optimal an die Bedingungen vor Ort angepasst und können sich erfolgreicher etablieren. Doch das geschieht meist nicht über Nacht, denn für die Neuanlage einer mehrjährigen Blumenwiese braucht es Geduld. Die im ersten Jahr oft noch lückig stehenden Bestände sind zwar ungewohnt anzusehen, bieten aber vielen Insektenarten beste Brut- und Überwinterungsmöglichkeiten. Die mehrjährigen Wildblumen etablieren sich langsam, bilden jedoch oft schon im zweiten Jahr eine stabile Wiesengesellschaft, die auch den wählerischsten unserer heimischen Insekten genug Nahrung und Lebensraum bietet.

Ökosystem Wiese; wer lebt hier?

Die farbenfrohen Blüten einer Wiese kennt und liebt jeder. Bienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen sind einige der vielen bekannten Erscheinungen. Aber nur wer genau hinsieht, entdeckt auch die Zikaden der Stängelschicht, die Laufkäfer der Streuschicht und die Ameisen der Bodenschicht.

Auf und in einer Wiese lebt weit mehr, als man auf den ersten Blick erahnen kann. Um den Überblick nicht zu verlieren, teilt man die Wiese in mehrere „Stockwerke“ ein. Zu unters befindet sich die Bodenschicht, darüber die Streuschicht, danach die Blatt- und Stängelschicht und ganz oben die Blütenschicht.

Bodenschicht:

Klar, im Boden wurzeln die Pflanzen. Sie beziehen aus dem Boden Wasser und Nährstoffe. Im Boden ist jedoch mehr los als für unser menschliches Auge sichtbar, denn in einem Klumpen Erde leben so viele Lebewesen, wie es Menschen auf unserem Planeten Erde gibt. Für uns sind nur die größten gut sichtbar, wie der Regenwurm, Maulwurf, einige Mausarten und einige andere. Auch für sehr viele Insekten ist der Boden ein gern genutzter Lebensraum: Ameisen beispielsweise lockern und durchlüften den Boden und sorgen für eine gute Vermischung von organischen Substanzen der Oberfläche mit mineralhaltigen, tieferen Bodenschichten. Auch 75% aller Wildbienen nutzen das Erdreich als Nistplatz.

Streuschicht:

Auch auf dem Boden, in der Streuschicht tummeln sich viele Tiere. Besonders große Tiere sind für uns gut sichtbar. Reptilien wie die Schlangen, Schleichen und Eidechsen suchen Unterschlupf und gehen auf Jagd. Amphibien wie Frösche, Kröten und Lurche sind manchmal schwer zu entdecken. Bodenbrütende Vögel setzen auf den Sichtschutz der hohen Halme und auch hier sind viele Insekten daheim. Laufkäfer sind mit knapp 600 Arten allein in Deutschland beispielsweise eine sehr große Gruppe der streuschichtbewohnenden Käfer. Vielleicht habt ihr einen Garten-Laufkäfer schon einmal gesehen? Hundertfüßer, Tausendfüßer, Asseln und Schnecken gehören nicht zu den Insekten, sind aber auch in der Streuschicht anzutreffen.

Blatt- und Stängelschicht:

Vielen Spinnen nutzen die stabilen Stängel, um hier ihre Netze zu spinnen und auf Beute zu lauern. Sie gehören mit ihren acht Beinen nicht zu der Gruppe der Insekten. Auch Insekten finden sich hier zu genüge: Heuschrecken, Wanzen, Zikaden, Käfer und Blattläuse sind mit vielen Arten vertreten.

Blütenschicht:

Die Blütenschicht ist uns am präsentesten, denn die farbenfrohen Blüten fallen schnell ins Auge. Bienen, Schmetterline, Käfer, Wespen, Schwebfliegen und einige andere nektarabhängige Insekten lassen sich gut beobachten. Auch einige Spinnen nutzen das Getummel für ihren Beutezug: Krabbenspinnen tarnen sich gut auf Blüten und werden von Besuchern oft zu spät erkannt.

Muss eine Wildblumenwiese gepflegt werden?

Jede Wildblumenwiese muss gepflegt werden. Würde man keine Pflegeschnitte durchführen, würde die Fläche schnell verbuschen und die sonnenliebenden Wiesenblumen verschwinden. Aber nicht nur das „ob“, sondern auch das „wie“ und „wann“ ist bei der Mahd wichtig.

Jede Wildblumenwiese muss gepflegt werden. Würde man keine Pflegeschnitte durchführen, würden sich wenige, dominante Arten auf der Fläche durchsetzen und bald würden Hecken und Büsche die Oberhand gewinnen. Nach und nach würde der Boden so verschattet, dass die sonnenliebenden Wiesenblumen verschwinden würden. Mäht man zu häufig oder zu einem ungünstigen Zeitpunkt, schadet man Insekten, Vögeln, Amphibien und den Wildpflanzen.

Am natürlichsten lässt sich eine Wildblumenwiese nach dem Vorbild unserer Großväter pflegen, als das Heumachen noch ein selbstverständlicher Teil der Arbeit war. Zwei Mähdurchgänge im Jahr fördern die Blütenvielfalt und nehmen Rücksicht auf Wiesenbewohner. Für die notwendige Mahd gibt es keinen perfekten Zeitpunkt. Egel welcher Zeitpunkt gewählt wird, schadet man durch den Eingriff immer einigen Tier- und Pflanzenarten und nützt anderen. Um in der Wiese überwinternde Insekten nicht „wegzumähen“, sollte ein erster Schnitt frühestens Ende Mai, spätestens Ende Juli durchgeführt werden. Eine zweite, späte Mahd zwischen Anfang August und Ende Oktober erlaubt mobilen, erwachsenen Tieren zu flüchten. Brüten Wiesenvögel auf der Fläche, sind Feldhasen regelmäßige Besucher, oder wandern Amphibien auf dem Weg zu ihren Laichgründen über die Fläche, sollte frühestens Mitte Juli ein erster Schnitt durchgeführt werden. Um die Artenvielfalt zu unterstützen, kann jedes Jahr zu einem anderen Zeitpunkt gemäht werden. Wichtig ist es, während einer Schönwetterphase zu arbeiten, um ungewollten Bodenverdichtungen zu verhindern.

Bei großen Flächen lohnt sich ein abschnittsweises Mähen. Diese Altgrasstreifen und ungemähten Abschnitte sind ein sicherer Rückzugsort für weniger mobile Tiere, von welchen sie die Wiese wieder besiedeln können. Wichtig ist, dass immer von innen nach außen oder von einer Seite zur anderen gemäht wird, um Tieren eine Flucht zu ermöglichen.

Wildpflanzen wachsen auf nährstoffarmen Böden besonders gut. Das Abräumen des Mähguts ist daher wichtig, damit die Nährstoffe aus dem verrottenden Material nicht zurück in den Boden gelangen. Vorher sollte das Mähgut jedoch ein Tag (aber nicht viel länger) auf der Fläche belassen werden, damit Tiere im Grassschnitt flüchten können.

Wo überwintern Insekten?

Flüchten, ausharren, verstecken – in der Welt der Insekten hat jede Art seinen eigenen Weg, um mit den eisigen Temperaturen zurecht zu kommen.

Unter den heimischen Insekten gibt es wahre Überlebenskünstler mit ausgeklügelten Strategien, um die kalte Jahreszeit unbeschadet zu überstehen. So mancher Schmetterling ist Langstreckenflieger. Der Distelfalter zum Beispiel flattert in Schwärmen hunderte Kilometer weit in wärmere Gefilde. Daneben gibt es kälteresistentere Arten, wie den Kleinen Kohlweißling oder das Taubenschwänzchen, die in unterschiedlichen Entwicklungsstadien als vollentwickelter Falter, als Puppe, Raupe oder Ei den Winter hier bei uns überstehen.

Weitere Insekten tun es ihnen gleich und suchen sich bei Anbruch des nasskalten Wetters einen Rückzugsort. Zuhauf verschwinden Käfer und Wanzen in Hohlräumen, Ritzen und Laubhaufen. Einige Arten, wie die Kierfernzapfenwanze, können sich dank spezieller Anpassungen auch direkt den eisigen Temperaturen aussetzen.

Vertreter der Laufkäfer überwintern oftmals als Larve oder als Käfer im Boden, ebenso wie viele unserer heimischen Wildbienenarten. Bestimmte Wildbienen finden zudem in Pflanzenstängeln ein passendes Quartier für sich oder ihren Nachwuchs. Wichtig ist, dass die Bienen Bruchstellen finden, über die sie hineingelangen können und dass die Pflanzenteile bis zum Frühjahr stehen gelassen werden.

Der große Wiesenknopf als Futterpflanze für meisterhafte Täuscher?

Der Große Wiesenknopf blüht unscheinbar, obwohl er zur Familie der Rosengewächse gehört und ist daher vielen nicht bekannt. Er wächst auf feuchten, extensiv gepflegten Wiesen - ein Habitat, das es nur noch selten gibt, denn es ist für schwere Landmaschinen nicht leicht zu bewirtschaften. Und das, obwohl das Vorkommen der Feuchtwiesenpflanze für zwei Schmetterlingsarten der roten Liste notwendig ist: die Wiesenknopf-Ameisenbläulinge.

Feuchtwiesen sind mit schweren Maschinen nicht gut bearbeitbar, weswegen viele Feuchtwiesen für eine Nutzung durch Gräben entwässert wurden. Ursprünglich erhaltene Feuchtwiesen müssen regelmäßig gepflegt werden, um einer Verbuschung vorzubeugen. Der Große Wiesenknopf ist einer der unscheinbaren Feuchtwiesenbewohner: sein zweiter Name „das Blutströpfchen“ spielt auf die Blüte an: dunkelrote, runde Blütenköpfe. Sie sitzen auf langen, verzweigten Stängeln und sind besonders bei Schmetterlingen beliebt. Zwei Schmetterlingsarten sind auf das Vorkommen des Großen Wiesenknopfs besonders angewiesen: der Dunkle und Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Die erwachsenen Falter saugen Nektar an den Blüten des Wiesenknopfs und legen ihre Eier kurz vor dem Aufblühen zwischen die Einzelblüten. Sobald die Raupen geschlüpft sind, bohren sie sich in den Blütenkopf, wo sie genug Nahrung finden und dort ein asselähnliches Aussehen entwickeln. Es beginnt eine spannende Reise in eine andere Welt: die Larven lassen sich von der Blüte auf den Boden fallen, wo sie einen trügerischen Duft verströmen. Rotgelbe Knotenameisen halten die Schmetterlingsraupen wegen ihres Dufts für verloren gegangene Ameisenlarven und tragen sie in das eigene Nest. Dort ernähren sich die Schmetterlingslarven im Schutz der Ameisenkolonie von deren Nachwuchs, den Ameisenlarven. Erst nach dem Schlupf aus der Schmetterlingspuppe ist die Tarnung verschwunden und der inzwischen vollständig entwickelte Schmetterling muss schnell an die Oberfläche, um seine Flügel zu entfalten und sich auf die Suche nach einer Blüte des Großen Wiesenknopfs zu machen.

Insektenfreundliche Kräuter und Gemüsepflanzen

Viel Potential bieten insektenfreundliche Nutzgärten, in denen auf Gifte verzichtet wird. Zahlreiche Kräuterpflanzen sind Insektenmagnete und sollten auf einem Balkon oder in einem Nutzgarten nicht fehlen.

Rosmarin ist als Frühblüher im März für die Insekten sehr wertvoll. Salbei und Thymian öffnen ihre lila Blüten im Mai. Im Juni locken auch Bohnenkraut, Lavendel, Borretsch, Kapuzinerkresse und Koriander die Blütenbesucher. Während Borretsch viele blaue Blüten bildet, blüht Koriander weiß und die Kapuzinerkresse rot, orange und gelb. Ab Juli blüht Oregano in rosa und weiß, ein Allrounder in der Küche. Eine wahrlich bunte Mischung auch auf dem Teller!Neben den blühenden Kräutern ist auch blühendes Gemüse für Wildbienen überraschend attraktiv. Als Nahrung für Insekten, aber auch zur Saatgutgewinnung macht es Sinn, einige Pflanzen in Blüte gehen zu lassen. So werden die Blüten von Kohlarten beispielsweise nicht nur vom Kohlweißling, sondern auch von der Senf-Blauschillersandbiene gerne besucht.

Wilde Möhre mit seinem größten Fan; dem Schwalbenschwanz!

„Diese großen weißen Blumen“ – tja was ist das eigentlich und was hat der vielleicht schönste Schmetterling Europas damit zu tun?

„Diese großen weißen Blumen“ – so werden die Wilden Möhren unter Nicht-Botanikern beschrieben und sie haben recht, denn sie erreichen eine Höhe von bis zu 120cm und sind mit ihren vielen weißen Blüten recht auffällig. Schaut man die Blüten genauer an, stellt man fest, dass sie aus vielen kleinen Blütenansammlungen besteht – wie eine Ansammlung kleiner Schirmchen. In der Mitte findet man häufig aber nicht immer einen dunklen Punkt, der bestäubende Insekten anlocken soll. Die Taktik scheint zu funktionieren, denn allein 25 Wildbienenarten nutzen sie als Pollenlieferanten. Doch nicht nur Wildbienen, auch viele andere Insekten wie Wanzen, Blattwespen, Käfer und Fliegen sind regelmäßige Besucher. Auch, wenn der Blütenreichtum begeistert, lohnt sich der Blick ein Stockwerk tiefer: würde man die Pflanze ausbuddeln, würde die lange verdickte Wurzel die nahe Verwandtschaft zu unserer Speisekarotte verraten und damit den Namen begründen. Doch auch im zierlich gefiederten Grün spielt sich spannendes ab: die Raupe einer der schönsten europäischen Falter, der Schwalbenschwanz hat die Wilde Möhre zu seiner Leibspeise erkoren. 10 Tage nach der Eiablage schlüpfen die die bis zu 2 cm langen Räupchen und müssen sich von Anfang an vor vielen Fressfeinden in Acht nehmen: Ameisen, Spinnen, Käfer, Heuschrecken, Vögel und viele andere freuen sich über eine Raupenspeise. An wilder Möhre, Fenchel, Pastinake, Dill und einigen anderen Pflanzen futtert sich die Raupe satt und überwintert als Puppe – durch einen seidenen Gürtel um den aufrecht hängenden Kokon befestigt. Die ersten Falter schlüpfen dann ab Ende März. Um einen Partner für die nächste Generation zu finden, sucht der Falter die höchste Erhebung im Gelände – eine Datingplattform für alle Willigen!

Wo schlafen Wildbienen?

Nach einem arbeitsreichen Tag braucht auch eine fleißige Wildbiene Schlaf. Anders, als Honigbienen leben Wildbienen nicht als großes Volk zusammen in einem Nest. Fast alle Wildbienen leben solitär, also jede für sich. Doch bei 500-600 Wildbienenarten in Deutschland sind auch die Vorlieben beim Übernachten entsprechend unterschiedlich.

Einige suchen für die Nacht Gesellschaft, andere kommen gut alleine zurecht. Einige Wildbienen lassen ihre Fühler entspannt nach unten hängen, andere hängen sich in akrobatischen Haltungen an Pflanzen oder sitzen bewegungslos da. Doch wo finden sie ein ungestörtes Plätzchen?

Nestschläfer bewachen bei Ruhepausen ihre Niströhren. Einige verschließen den Eingang, andere verharren in Angriffsposition – jederzeit bereit die Brut zu verteidigen.

Zu den Blütenschläfern gehört beispielsweise die Glockenblume-Scherenbiene. Sie ist eine Spezialistin, denn sie sammelt nur an Glockenblumen Pollen und Nektar. Auch als Schlafplatz und Unterschlupf bei Regen scheinen sich Glockenblumen gut zu eignen, manchmal sammeln sich auch mehrere Scherenbienen in einer Blüte. Besonders praktisch ist das Aufwachen direkt am gedeckten Glockenblumen-Frühstückstisch!

Besonders akrobatisch scheinen die Halmschläfer: sie klammern sich mit den Beinen oder verbeißen sich mit den Mandibeln fest an Pflanzenteilen, bis sie bei steigenden Temperaturen am nächsten Morgen wieder in den Tag starten können.

Hummeltummelplatz Klee

Besonders Hummeln nutzen Klee zum Pollensammeln und so haben Forscher noch einmal bestätigt: nahezu 50 Prozent der Pollensuchflügen enden auf einer Kleeblüte. Wiesenklee, Weißklee und Hornklee sind dabei besonders beliebt. Da kleereiche Wiese in unserer Landschaft seltener geworden sind, lohnt es sich Flächen mit Horn und Wiesenklee anzulegen und zu pflegen.

Aber nicht nur Hummeln, sondern auch andere Wildbienenarten nutzen Klee gerne als Pollenquelle. So fliegen beispielsweise 28 Wildbienenarten auf den gewöhnlichen Rotklee. Weiß-Klee ist mit 41 besuchenden Wildbienenarten noch beliebter und wichtiger.

Besonders auf einjährig angelegten Blühstreifen sieht man häufig den rot leuchtenden Inkarnat-Klee. Dabei handelt es sich nicht um eine heimische Pflanzenart, denn Inkarnatklee stammt aus dem westlichen Mittelmeerraum und Südeuropa. Entsprechend weniger heimische Wildbienenarten können den fremden Klee nutzen. Neben der Honigbiene und einigen Hummelarten kann nur eine Blattschneiderbiene hier Pollen sammeln.

Totholz lebt!

Abgestorbene Bäume bieten Schutz vor Fressfeinden und dienen als ideales Brut-/ Entwicklungs- und Überwinterungshabitat für viele Tiere. Insekten nutzen das Holz als Brutnahrung und leisten Vorarbeit für Bakterien und Pilze.

Totholz ist alles andere als tot! Sobald der Organismus abstirbt, beginnt der Zersetzungsprozess. Arten wie der Kupferstecher, Eichenbockkäfer oder die verschiedenen Holzwespen fressen als Larven Gänge in das Bast- oder Splintgewebe des Baumes. Besonders im Bast, der Ort an dem die Nährstoffe transportiert werden, finden sich Stärke, Zucker, Vitamine und Eiweiße. Diese leicht abbaubaren organischen Verbindungen dienen den Holzbesiedlern als Brutnahrung. Das weniger nährstoffreiche Splintholz wird von Insektenlarven zu einer Art Sägemehl verarbeitet, das wiederum für Pilze leichter verwertbar ist. Der Kot und die Häutungsreste reichern das Material mit neuen Nährstoffen an und erleichtern den Zersetzungsprozess.

Auch du kannst aktiv werden, um deinen Garten zu einem Paradies für Holzbewohner zu machen.

Wie wäre es mit einem dicken Stück Totholz im Garten? Am besten lässt du die Rinde am Stamm und legst ihn an einen sonnigen Ort. Hat man einen guten Platz gefunden, kann man sich jahrelang an Besuchern wie Holz-/Blattschneider- oder Pelzbienen freuen. 

Ursprünglich wurden Bauerngärten mit einem dicken Zaun aus Totholz voneinander abgetrennt, man nennt sie Benjeshecken. Im Inneren herrscht ein günstiges Kleinklima, das ideal für viele Insekten- und auch Säugetierarten ist. Zusätzlich versorgt eine Benjeshecke den Boden mit Nährstoffen. Da diese urigen Hecken meist Zäunen aus Stahl und Draht weichen mussten, fehlt der Lebens- und Überwinterungsraum für viele Arten. Vielleicht kannst du auch einen Abschnitt ihres Gartens durch eine Benjeshecke zu umzäunen?
Dazu steckt man zwei Reihen dickere Äste senkrecht in den Boden, die die mittig, horizontal liegenden Äste fixieren. Der Abstand ist dabei abhängig von der Länge des Schnittguts, meistens sind 4 Meter jedoch ausreichend.

Kleinstrukturen für kleinere Tiere

Lesesteinhaufen oder Laubhaufen sind nur zwei der vielen Möglichkeiten durch Kleinstrukturen Tiere in deinem Umfeld zu unterstützen. Du ahnst nicht, wie wertvoll deine Trittsteinbiotope auf den tierischen Wanderruten sein werden.

Auch in einem Garten geringer Größe kannst du vielen Tieren ein Zuhause bieten. Hier findest du zwei Möglichkeiten:

Lesesteinhaufen für Mauereidechse und Co.:

Anders als der Name vermuten lässt, haben diese Steinhaufen nichts mit Büchern zu tun. Solche Steinhaufen sind manchmal in der Nähe von Feldern zu sehen. Sie sind in mühevoller Handarbeit entstanden: bei der jährlichen Beackerung der Fläche kamen immer wieder störende Felsbrocken zum Vorschein, die dann per Hand aufgesammelt und auf einen Haufen neben dem Feld geschichtet wurden. Diese, über Jahrhunderte gewachsenen Steinsammlungen bilden ein großartiges Habitat für wärmeliebende Arten wie Mauereidechsen und Glattnattern. Sie bieten ihnen nicht nur die von den Steinen im Sommer abgegebene Wärme, sondern auch zahlreiche Hohlräume und Versteckmöglichkeiten.
Auch du kannst mit der Zeit einen Steinhaufen an einem sonnigen Plätzchen in deinem Umfeld schaffen.

Laubhaufen für Igel und Insekten:

Freust du dich auf den Herbst? Die leuchtend bunten Blätter am Baum liegen bald überall und wollen geharkt, gekehrt, gesammelt und in Beutel gestopft werden. Spar‘ dir doch die Arbeit und lass‘ Sie einen Teil der Haufen einfach liegen. Dein Rücken und zahlreiche Insekten und Kleinstsäugetiere werden es dir danken. Damit der Wind nicht wieder alles verteilt, kannst du eine gut befestigte Plane für die Wintermonate darüber spannen oder deinen Blätterhaufen mit Holz beschweren.
Laub wirkt isolierend, sodass ein Laubhaufen einer wärmenden Decke für Tiere wie den Igel gleicht.

Einen weiteren großen Gefallen tust du der Tierwelt, wenn du auf motorisierte Laubsauger verzichtest. Die Schäden, die durch diese Geräte angerichtet werden, sind enorm: bei Luftgeschwindigkeiten von bis zu 160 km/h werden Kleinstlebewesen wie Spinnen, Käfer und Asseln verletzt oder getötet. Ganz nach dem Motto „back to the roots“ Greife lieber zum Rechen und erfreue dich an quicklebendigen Tausendfüßern und Co.

Trockenmauern als Lebensraum

Trockenmauern wurden ursprünglich von Menschen geschaffen, doch wurden leider in den letzten Jahren immer seltener. Wie auch die Lesesteinhaufen, bieten die geschichteten Steine viele Ritzen, Nischen und Höhlen als Versteckmöglichkeit.

In den Ritzen der Trockensteinmauer können Wolfsspinnen beispielsweise auf Beuteinsekten lauern. Im oberen Bereich wo die Mauer durch Wind und Wetter vielleicht schon etwas angegriffen ist, können jedoch auch Vögel nisten. Tagsüber wärmen sich die Steine auf und geben die Wärme über Nacht ab, sodass auch wechselwarme Tiere über lange Zeit mit Wärme versorgt werden.  Auch Pflanzen wie der Mauerpfeffer, Steinbrech und der seltene Streifenfarn finden hier eine Heimat.

Früher wurden Trockenmauern von Winzern und Bauern genutzt, um das Gelände zu gliedern und Böschungen zu stützen. Heute werden sie meist von Betonwänden und Ziegelmauern abgelöst- und mit Ihnen verschwinden auch ihre Bewohner. Spinnen, Asseln, Eidechsen und Co. ist viel geholfen, wenn die Trockenmauer wieder in Gärten Verwendung findet.

Auch kulinarisch hat die Trockenmauer einiges zu bieten. Nach einiger Zeit wachsen zwischen den Steinen gerne Kräuter wie Thymian, Salbei und Bohnenkraut.

Eine Charaktergruppe der sonnigen Steinmauern sind die Mauerpfeffer, von ihnen gibt es mehr als 420 Arten. Ihren Namen tragen sie wegen ihren Wuchsvorlieben: trockene, sonnige und kalkhaltige Mauern und Steine. Diese genügsamen Pflanzen sind ein altbekanntes Heilmittel gegen Bluthochdruck und Entzündungen. Zudem versorgen sie im Sommer zahlreiche Insekten mit Nahrung. Zur selben Gattung „Sedum“ gehören auch die Fetthennen. Durch ihre Anpassung an trockene Standorte speichern sie Wasser in ihren Blättern- daher auch die runde und ledrige Form. Wer echte Überlebenskünstler im eigenen Garten bewundern will, ist mit Mauerpfeffer und Fetthenne also gut beraten.  

Alte Getreidesorten und Ackerwildkräuter

Klatschmohn, Kornblume und auch alte Getreidesorten kommen langsam wieder zu alter Beliebtheit. Grünkern, Emmer und Co. können unsere Ernährung bereichern.

Ackerwildkräuter:

Oder wie manche Menschen sagen: Unkraut! Doch diese Kräuter, die zusammen mit Nutzpflanzen auf Feldern wachsen, sind alles andere als unnütz. Sie bieten wichtige Nahrungsquellen für Insekten und schöne Farben für so manchen Blumenstrauß. Die Ackerwildkräuter haben sich so stark an die Landwirtschaft vor dem zweiten Weltkrieg angepasst, dass sie ohne Bewirtschaftung gänzlich verschwinden würden. Heute zählen rund 350 mitteleuropäische Arten zu den Ackerwildkräutern.

Alte Getreidesorten:

Grünkern, Emmer und Co. können unsere Ernährung bereichern. Sie werden im Folgenden vorgestellt:

Grünkern- aus der Not entstanden:

Erntet man Dinkel noch unreif (in der sogenannten Milchreife) und trocknet ihn, entsteht Grünkern. Auf diese Idee sind fuchsige Bauern vor etwa 200 Jahren in Folge von mehreren Missernten gekommen. Um wenigstens einen Teil des Ertrages zu retten, entschieden sie sich das noch feuchte Korn früher zu ernten und es über dem Feuer zu konservieren. Das Ergebnis war der schmackhaft nussige Grünkern. So haben wir es schlechtem Wetter und dem Einfallsreichtum von Bauern zu verdanken, dass wir das intensive Grünkernaroma in Suppen, Aufläufen und als Bratling genießen können.

Emmer – Von der Bronzezeit auferstanden:

Erst seit neuestem erfährt der Emmer einen Aufschwung in seiner Beliebtheit, nachdem seine Bedeutung gegen Ende der Bronzezeit wegen geringer Erträge stark abnahm.
Dabei ist Emmer ein wahrer Überlebenskünstler. Das Getreide ist resistent gegen viele Krankheiten und Pilze und für den Anbau reichen magere Böden.
Auch für die Gesundheit bietet der Emmer viel: mit einem hohen Anteil an Carotinoiden für die Sehkraft und viel Magnesium und Zink ist das Pausenbrot aus Emmer ein wunderbarer Nährstofflieferant.

Mit dem Kauf von verschiedenen Getreidesorten tun Sie nicht nur ihrer Gesundheit etwas Gutes. Je mehr verschiedene Arten angebaut werden, desto mehr Biodiversität kann auf den Feldern erhalten werden. Verschaffen Sie sich doch einen besseren Überblick über alte Getreidesorten in der Wildkräuterwelt im Naturparkzentrum Stromberg-Heuchelberg.

Wo die wilden Bienen wohnen

Anders als Honigbienen, leben die meisten die Wildbienen solitär und beziehen keinen großen Bienenstock. Dabei sind Hummeln die große Ausnahme, da sie auch in kleineren Kolonien zusammenleben. Je nach Art sind die Vorlieben unterschiedlich, etwa 75% der Wildbienen nisten im Boden. Etwa 40 Wildbienenarten Deutschlands nehmen künstlich geschaffene Nisthilfen an. Ihnen kann man mit horizontal ins Holz gebohrten Röhren aushelfen. Aber wie macht man das richtig?

Welches Holz nutze ich am besten für eine Wildbienennisthilfe?

Am besten eignet sich Hartholz, also Baumarten wie Hainbuche, Eiche oder Buche. Das Holzstück sollte bereits getrocknet sein, frische Stämme werden kaum angenommen.

Und dann? Was mache ich mit dem Holz?

Nun bohrt man drei- bis acht Millimeter große Löcher in die Längsseite des Holzes. Vorsicht: Setze die Löcher nicht zu eng und auf keinen Fall an die Stirnseite, da sonst Risse entstehen. Achte darauf, dass die Wände glatt genug sind. Dies lässt sich durch Hin- und Herbewegungen des Bohrers erreichen. Anschließend das Bohrmehl durch Klopfen entfernen.

Wo stelle ich meine Nisthilfe am besten auf?

Stelle die Wildbienennisthilfe an einen sonnigen Platz, der vor Wind und Regen geschützt ist. Die Flugbahn sollte immer frei sein, daher sollte auch Bewuchs von unten geachtet werden. Einmal aufgebaut, wird das Bienenhotel am besten über Jahre ungestört stehengelassen.

Muss ich meine Nisthilfe pflegen/reinigen?

Generell ist keine Pflege notwendig, da es sich hier um reine Naturmaterialien handelt. Wer möchte, kann als Schutz vor Fressfeinden eine Art Netz oder Draht den Holzkörper schützen. Diese ist am besten etwa 20cm vor der Nisthilfe anzubringen. Mit einer Maschenweite von drei mal drei Zentimeter können die Bienen problemlos durchfliegen, Vögel werden abgehalten.

Welche muss ich bei der Erstellung einer Wildbienennisthilfe unbedingt vermeiden?

Zwar schön anzusehen, aber oft eine Todesfalle sind Glasröhren als Nisthilfe. Da der Wasserdampf nicht entweichen kann, verpilzt die Brut und stirbt ab.

Viel Freude mit den neuen pelzigen Mitbewohnern!

Insektenmagnet in blau und violett; der Natterkopf

Seit der intensiveren Flächennutzung in den 60er Jahren ist die Biomasse an Insekten in den letzten 27 Jahren um 75% zurückgegangen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, kannst du Insekten Nahrung und Lebensraum anbieten.

Der Natternkopf ist bei Insekten, auch bei Spezialisten sehr beliebt. Zahlreiche Bienenarten, Käfer und Schmetterlinge umschwirren die bis zu einem Meter hohe Blütenpracht des Natternkopfes. Erkennst du in der Blüte Ähnlichkeiten zu einem Schlangenkopf? Wenn du ihn pflanzt oder aussäst, wähle am besten einen sonnigen und nicht zu feuchten Platz. Im ersten Sommer bildet die Pflanze eine stabile Basis, um dann im darauffolgenden Sommer von Mai bis September zu erblühen. Die Pflanze ist zwei- bis mehrjährig und winterhart. Mit einer Wurzeltiefe von bis zu 2,50m macht ihr Trockenheit nichts aus, Feuchte ist sogar eher schädlich.

Gehölze und Stauden als Winterquartier nicht nur für Vögel

Futterhäuschen und Meisenknödel im Winter- so sieht die gut gemeinte Überwinterungshilfe für Vögel vieler Menschen aus. Doch der Rückgang zahlreicher Vogelpopulationen in Deutschland ist nicht unbedingt auf kalte Winter zurückzuführen. Viel problematischer ist die Veränderung der Landschaft. Feuchtgebiete werden entwässert, Flächen werden versiegelt und bebaut, Äcker werden überdüngt. Da kann Winterfütterung keinen hohen Beitrag zur Arterhaltung leisten- zumal davon nur die Standvögel profitieren. Viel eher hat es jeder Gartenbesitzer in der Hand, der zunehmenden Intensivierung der Landschaft etwas entgegenzusetzen.

Hierbei ist Vielfalt das entscheidende Stichwort. Schaffen Sie mit einheimischen Sträuchern wie Schneeball, Heckenrose und Pfaffenhütchen Unterschlupf für in Deutschland überwinternde Vögel. Auch im Winter tragen diese Sträucher genügend Nahrung. Verblühte Stauden, Baumsamen und Beeren sind nur einige der Lieblingsspeisen vegetarischer Vögel. Spinnen, Florfliegen und Marienkäfer können in hohlen Stängeln von Stauden und Gräsern überwintern, auch sie dienen einigen Vögeln als Nahrung.

Unten findest du noch eine Liste an heimischen Gehölzen und Stauden, mit denen du Vögel das ganze Jahr in Ihren Garten einlädst.

  • Kornelkirsche
  • Schlehe
  • Speierling
  • Vogelkirsche
  • Vogelbeere
  • Schwarzer Holunder

Die Bienen sterben! Aber welche?

Honigbienen sind die Bienen, die jedem als erstes in den Sinn kommen. Sie gelten als die Blütenbestäuber schlechthin. Schnell wird vergessen, dass Honigbienen gezüchtet, vom Imker regelmäßig versorgt und gepflegt werden und das Produkt ihrer Arbeit wirtschaftlich verkauft wird. Wildbienen dagegen leben mit wenigen Ausnahmen nicht in Völkern sondern alleine. Sie versorgen nur sich und ihre Brut und produzieren keinen Honig. Während Honigbienen nicht in ihrem Bestand gefährdet sind, sind Wildbienen so wie viele andere Wildinsekten sehr stark vom Insektensterben betroffen.

Eine englische Studie beschreibt, dass höchstens ein Drittel der Bestäubungsleistung von Honigbienen erbracht wird. Der Rest wird von wilden Insekten übernommen. Sie sind also unglaublich wichtig dafür, dass unsere Ökosysteme funktionieren und deren Artenvielfalt erhalten bleibt.

Von den ca. 565 Wildbienenarten in Deutschland sind 228 gefährdet, 39 gelten als ausgestorben oder verschollen, 31 Arten sind vom Aussterben bedroht. Worin besteht also der Unterschied zwischen den honigproduzierenden Arten und ihren selten gewordenen, wilden Verwandten?

Wildbiene

Honigbiene

ist vom Aussterben bedroht

wird vom Menschen gezüchtet und ist weniger bedroht

produziert keinen Honig, sondern packt z.B. Pollenpakete für ihren Nachwuchs

produziert Honig als Nahrung

lebt meist alleine (solitäre Lebensweise)

lebt in einem Bienenvolk --> Arbeitsteilung

Nistet vorwiegend im Boden, aber auch im Totholz, in Pflanzenstängeln, etc.

Lebt im Bienenstock

Viele spezialisiert auf bestimmte Pflanzenarten (oligolektisch)

Nutzen ein vielfältiges Blütenangebot (polylektisch)

Mehr als 560 Arten in Deutschland

Weltweit 9 Arten

Wildblumenwiese anlegen - aber richtig!

Durch ökologisch wertvolle Wildblumenwiesen als öffentliches Grün, in Privatgärten, auf dem Betriebsgelände oder sonstiger Flächen, schaffen wir neue Lebensräume und ein vielfältiges Nahrungsangebot. Die Vernetzung dieser 'Lebensraum-Trittsteine' ist in unserer zergliederten Landschaft sehr wichtig. Der Flugradius vieler unserer heimischen Wildbienen beträgt, je nach Art, jedoch oft nur 50 bis 300 Meter. Daher gilt: Jeder Quadratmeter zählt!

Wichtig zu wissen ist: Wildblumenwiesen müssen nur dann neu angelegt werden, wenn der aktuelle Bewuchs sehr artenarm ist. Auf manchen Flächen genügt eine reine Pflegeumstellung, um den Pflanzen das Blühen zu ermöglichen.

Ist der Bewuchs sehr artenarm und wird von Gräsern dominiert, sollte die Fläche zunächst einmal umgebrochen werden. Eine anschließende Ruhephase von 3 bis 4 Wochen hilft, eine effektive Luft- und Wasserversorgung im Boden zu ermöglichen. Vor der Einsaat sollten noch einmal alle aufgegangenen Pflanzen oberflächlich (!) entfernt werden.
Denke beim Kauf des Saatguts an gebietsheimische und mehrjährige Pflanzen. Nur so lässt sich langfristig eine geeignete Nektar- und Pollenversorgung sicherstellen. Denn viele Insekten haben sich in ihrem Lebenszyklus und in ihrem Nahrungsspektrum an spezielle Pflanzenarten angepasst.

Warum sind Insekten für uns so wichtig?

Ohne blütenbestäubende Insekten, keine Blumen! Das denken sich die meisten Menschen, wenn sie an Themen wie das Bienensterben denken. Doch tatsächlich sind 80% unserer Nutz- und Wildpflanzen auch auf Insektenbestäubung angewiesen. Also ohne Insekten keine Äpfel, Erdbeeren, Nüsse oder Tomaten mehr. In einigen Regionen von China wurden bereits so viele Pestizide ausgebracht, dass die bestäubende Wirkung der wenigen verbliebenden Insekten nicht mehr ausreicht. Nun müssen die Bauern mit Pinseln auf Apfelbäume klettern und die Bestäubung selbst übernehmen.

Aber nicht nur für unsere Ernährung sind Insekten unabdingbar. Die kleinen Sechsbeiner bilden die Grundlage fast jeder Nahrungskette. Fehlen sie, brechen auch die oberen Etagen zusammen. So ist das Insektensterben beispielsweise ein bedeutsamer Grund für die reduzierte Singvogelpopulation in Deutschland.

Auch bei der Resteverwertung helfen uns die Insekten. Nicht nur der berühmte Mistkäfer hilft, organische Abfälle zu entsorgen. Holzwespen, Borkenkäfer und Bockkäfer, sie alle haben gemeinsam, dass sie Holz bzw. Bast als Nahrung und/oder Lebensraum verwenden. Durch die Gänge, die sie ins Holz bohren, zerkleinern sie die feste Holzmasse zu Sägemehl und übernehmen so den ersten Schritt der Holzzersetzung. Von da an haben Pilze und Pflanzen leichteres Spiel, die Holzmasse in Humus zu verwandeln.



Weitere Informationen zur Gartenschau in Eppingen:

Lageplan

Hier finden Sie den Lageplan zur Gartenschau

Anfahrt

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Projektkoordination:

Diana Senghaas Tel. 07046 88 48 15 oder d.senghaas@naturpark-stromberg-heuchelberg.de



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