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Blühender Naturpark

Ein Beitrag zur biologischen Vielfalt

Unsere Kulturlandschaft lebt von landschaftlicher Vielfalt und wertvollen Lebensräumen. Im Rahmen einer landesweiten Kampagne der Naturparke Baden-Württembergs, soll auch der Naturpark Stromberg Heuchelberg aufblühen. Unterstützt durch das Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt der Landesregierung sollen Flächen in den Naturparkgemeinden ökologisch aufgewertet werden. Dies soll einen Beitrag zum Ausgleich für den Rückgang ökologisch wertvoller Flächen leisten. Angesprochen werden kommunale, private, krichliche oder Vereinsflächen.

Schwerpunkt des Projekts sind 2018/2019 kommunale Flächen. Hier stellen die Naturparkgemeinden Flächen zur Verfügung, übernehmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bauhöfe die praktische Vorbereitung und Pflege, koordiniert der Naturpark das Projekt und übernimmt die Öffentlichkeitsarbeit. Experten, darunter Imker, bringen ihr Fachwissen ein. Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher bereiten die Thematik mit den Kindern auf, welche das Saatgut auf geeigneten Flächen ausbringen dürfen.

Doch auch jede Privatperson bzw. Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen, Kirchen oder Unternehmen können eine ökologische Flächenbegrünung auf den jeweiligen Flächen anregen.

Ökologisch wertvolle Wildblumenwiesen sollen Insekten ein Zuhause bieten. Unter den Insekten finden sich sowohl viel Nützlinge, wie bstäubende Insekten, als auch hübsche Falter und weitere faszinierende Wesen. Sie halten unser ökologisches System im Gleichgewicht und sorgen dafür, dass wir unser leckeres Essen genießen dürfen. Über 90 % aller blühenden Wildpflanzen sowie der Großteil unserer Nutzpflanzen sind auf die Bestäubung durch Tiere angewiesen oder profitieren von ihr.  Letztendlich sind neben dem Menschen auch viele Vögel auf Insekten angewiesen.

Die Wildblumenwiesen sollen einen Beitrag zum Schutz der Insekten leisten. Die Vielfalt an Wildblumen und Kräutern darf dabei auch den Menschen eine Freude sein, bewundert werden und als Outdoor-Labor für Kindergärten und Schulen dienen.

Angepasste mehrjährige regionale Saatmischungen heimischer Wildkräuter werden auf innerörtlichen Flächen in den Naturpark-Gemeinden ausgebracht: Ortseingänge, Verkehrsinseln, Straßenrandstreifen und Parks dürfen aufblühen und zu Bienenweiden, Falterfutter und Hummel-Tummel-Plätzen werden.

In manchen Flächen sind schon einige Wiesenarten vorhanden. Hier ist eine Neuanlage nicht notwendig. In diesem Fall ist es besser die Fläche als eine Mähwiese zu Pflegen - der Rest passiert (mit Geduld) ganz von alleine.

Der Leitfaden für ein naturnahes Betriebsgelände bietet zudem viele weitere Ansätze für eine ökologische Flächengestaltung von Flächen und Gebäuden.

Nicht allein der Naturpark Stromberg-Heuchelberg blüht auf! Im Rahmen des landesweiten Projekts Blühende Naturparke blühen alle sieben Naturparke Baden-Württembergs auf. Die Naturparke Baden-Württembergs nehmen rund ein Drittel der Landesfläche und so Anteile von mehr als siebzig Prozent aller Landkreise bzw. insgesamt 400 Naturparkgemeinden ein. Unterstützt durch das Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt der Landesregierung können diese am Projekt im jeweiligen Naturparks teilnehmen und kommunale Flächen sowohl ökologisch als auch optisch aufwerten.

Der Naturpark Stromberg-Heuchelberg möchte seine Gemeinden zum Blühen und Summen bringen! Mit dem landesweit angelegten Projekt „Blühender Naturpark“ sollen auf innerörtlichen Flächen ökologisch wertvolle Wildblumenwiesen entstehen und eine wichtige Lebensgrundlage für Schmetterlinge, (Wild-)Bienen, Hummeln, Laufkäfer und Co. bilden.

Ziel ist es auf öffentlichem Grün der Naturparkgemeinden naturnahe Blühflächen aus regionalem, mehrjährigem Saatgut anzulegen. Hierbei erhalten die Gemeinden Unterstützung: Der Naturpark organisiert eigens dafür ein Praxisseminar zur "Anlage und Pflege von naturnahen Wildblumenwiesen auf kommunalen Flächen" für Mitarbeitende der Bauhöfe, koordiniert das Projekt und unterstützt organisatorisch die Beschaffung geeigneten, heimischen Saatguts.

Das Praxisseminar findet in sechs Terminen statt. Hierbei handelt es sich um praktische Anleitungen, welche anschaulich auf Flächen einer Pilotgemeinde stattfinden, sowie separate Beratungs- und Planungstermine, welche in jeder teilnhemenden Gemeinde vor Ort stattfinden.

Auch 2019/2020 wir ein solches Seminar angeboten werden.

Für die Teilnahme füllen Sie bitte folgende Formulare aus:

  1. Teilnahmeformular für Gemeinden (bitte für jede Fläche ausfüllen)
  2. Hintergrundinformationen zur Gemeinde
  3. Datenschutzrechtliche Einwilligungserklärung

und senden Sie diese 31. März 2019 an J.menold@naturpark-stromberg-heuchelberg.de.

Verfügen Sie über Rasenflächen welche nicht oder nur zu einem kleinen Teil zum Liegen oder Spielen genutzt werden? Bauplätze die noch länger als fünf Jahre unbebaut bleiben? Randbereiche zu Hecken oder Mauern?

Solche Fläche lassen sich als naturnahe Wildblumenwiesen gestalten. Wie genau Sie vorgehen können, ist im Flyer "In wenigen Schritten zur Wildblumenwiese" nachlesen. Diesen erhalten Sie auch gedruckt in Naturparkzentrum Stromberg-Heuchelberg.

Bitte denken Sie daran:

"Hinschauen lohnt sich!"

Schauen Sie Ihre Wiese vor Umbruch der Fläche an: Sind schon einige Wiesenarten vorhanden? Falls ja, kann hier vielleicht das natürliche Potential genutzt werden und eine Umstellung der Mahd ist ausreichend! Pflegen Sie die Wiese wie im Flyer beschriebene als Mähwiese und beobachten Sie, wie sich die Zusammensetzung mit der Zeit ändert!

Keine Mähwiese ohne Mahd

Die Arten der Mähwiese benötigen die Wiesenpflege, d.h. die 1-2 Schnitte ohne mulchen pro Jahr. Am besten als Heumahd. Detail finden Sie im Flyer  "In wenigen Schritten zur Wildblumenwiese" sowie unter "Flächen außerorts - Streuobstwiesen".

Bunte Streuobstwiesen dienen den Saatgutherstellern als Vorlage für Ihre Saatgutmischungen. Auf Streuobstwiesen finden sich viele gebietseigene blühende Pflanzenarten wie z.B. Margeriten, Storchschnabel, Witwenblumen, Flockenblumen, Schafgarbe,  Disteln,  Hahnenfuß,  Pippau, Klee, Wiesensalbei sowie viele verschiedene Grasarten.

Baden-Württemberg hat insgesamt über 67.000 ha Mähwiesen, das entspricht knapp 40 % der Mähwiesenfläche Deutschlands. Leider sind jedoch in den letzten Jahrzehnten schleichende Verluste der Mähwiesen in Baden-Württemberg zu verzeichnen. Es gibt hierfür zwei zentrale Gründe:

  • die Nutzung der Wiesen wird oftmals intensiviert, damit sie mehr Ertrag liefern
  • die Bewirtschaftung wird aufgegeben.

Wichtiger Bestandteil eines Blühenden Naturparks sind also die Streuobstwiesen als unsere Wildblumenwiesen vor der Haustür.

Die Wiese als Mähwiese pflegen

Je nach Standort 1-3 Mal pro Jahr mähen. Erster Schnitt: je nach  Wüchsigkeit, Anfang - Mitte Juni zur Zeit der Margeritenblüte. Weitere 1 - 2 Schnitte folgen je nach Bedarf, spätestens aber Ende September. Mähen Sie vorzugsweise mit einer Sense oder einem Balkenmäher unter Aufnahme des Mähguts. Falls möglich führen Sie eine Heumahd durch: Das Mähgut dafür 1-2 Tage auf der Fläche trocknen lassen um eine Notreifung der Samen zu fördern. Dies unterstützt den Erhalt und Ausbreitung der Wildblumen. Bitte nicht mulchen! Denn dies führt zum Verfilzen, d.h. Ersticken, einiger Wildblumenarten, sowie zur Nährstoffanreicherung.

Naturnah gestaltete Gewerbefläche und sonstige Areale tragen zur Artenvielfalt bei und bieten Erholungsräume für Menschen. Wildblumenwiese, Staudenpflanzungen, Dach- und Fassadenbegrünungen, insektenfreundliche Beleuchtung, Vogelverträgliche Verglasung - es gibt viele Ansatzpunkte für eine naturnahe Gestaltung.

"Moderne Unternehmen im Einklang mit der Natur" ist ein Leitfaden, welcher an die naturnahe Gestaltung von (Betriebs-)Gelände heranführt.

Das richtige Saatgut ist von zentraler Bedeutung für die ökologische Wertigkeit und Stabilität der zukünftigen naturnahen Wildblumenwiese. Die optimale Voraussetzung bietet eine Mischung heimischer Arten von Gräsern und Wildkräutern, welche regional vermehrt werden! Im Rahmen des Projekts sollten daher keine gezüchtete Kultursorten und gebietsfremde Arten in der Saatgutmischung enthalten sein. Diese sehen zwar auch schön aus, bieten jedoch vielen spezialisierten Insekten kein passendes Angebot an Pollen, Nektar oder Raupenfutter. Beziehen Sie am besten durch VWW- oder RegioZert zertifiziertes mehrjähriges Saatgut heimischer Wildarten.

www.natur-im-vww.de

www.regiozert.de

Ist der Standort schattig oder sonnig, trocken oder feucht, nährstoffarm oder nährstoffreich? Je nach Standort und Boden entwickeln sich manche Arten besser als andere. Es gibt speziell angepasste Mischungen, jedoch auch einige Universalmischungen, welche auf den meisten Böden anwachsen. Von diesen Universalmischungen bleiben dann jene Arten auf der Fläche bestehen, welche zum jeweiligen Standort passen. Listen zertifizierter Herstellern finden Sie bei den zuvor aufgeführten Zertifizierern.

Ansprechpartnerin · Blühender Naturpark

Julia Menold · 0 70 46 / 88 46 705 · j.menold@naturpark-stromberg-heuchelberg.de

Dieses Projekt wird gefördert nach der Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz zur Gewährung von Zuwendungen für Naturparke in Baden-Württemberg (VwV NPBW) aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg, der Lotterie Glücksspirale und der Europäischen Union (ELER).

Weitere Infos zu den Zielen der Europäischen Union zur Entwicklung des Ländlichen Raums 2014 - 2020

www.ec.europa.eu


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