Das Naturparkzentrum hat einen neue Anschauungsobjekt in der WildkräuterWelt. Die kürzlich errichtete Fledermausstele ist ein echtes Raumwunder und bietet vielen Tieren gleichzeitig Platz. Sie wurde speziell für spaltenbewohnende Gebäudefledermäuse wie Mops-, Zwerg-, Brandt- und Mückenfledermäuse entwickelt. Diese Arten sind darauf angewiesen, enge Spalten als Tagesquartiere zu nutzen – also Orte, an denen sie sicher hängen, schlafen und ihre Jungen aufziehen können.
Das Besondere an der Stele: Sie kann von allen vier Himmelsrichtungen genutzt werden. Dadurch entstehen ganz unterschiedliche Temperaturbereiche im Inneren. Das ist besonders wichtig im Frühjahr und Sommer, wenn Fledermausweibchen warme Plätze für ihre Jungtiere brauchen, aber auch kühlere Bereiche als Ausweichmöglichkeit nutzen. Genau dieses Zusammenspiel aus warm und kühl macht die Stele so wertvoll.
Auch die verschiedenen Spaltgrößen und Materialien spielen eine Rolle. Je nach Struktur finden die Tiere unterschiedliche Hangplätze, die ihren Bedürfnissen entsprechen. Gleichzeitig ist die Konstruktion so gebaut, dass sie gut geschützt ist – vor Vandalismus und auch vor Fressfeinden.
Solche künstlichen Quartiere werden immer wichtiger. Denn Fledermäuse verlieren zunehmend ihre natürlichen Wohnplätze. Bei Sanierungen und Abrissen verschwinden oft Dachböden, Fassadenspalten oder andere kleine Verstecke. Und in moderne Neubauten sind meist kaum noch geeignete Hohlräume mitgedacht. Naturschutzverbände wie NABU, BUND und die AG Fledermausschutz weisen schon lange darauf hin, dass dieser Verlust ein Hauptproblem für viele Fledermausarten ist.
Genau hier setzen künstliche Quartiere an. Sie können zwar natürliche Strukturen nicht komplett ersetzen, aber sie helfen dabei, den Verlust zumindest teilweise auszugleichen. Wichtig ist, dass sie gut geplant und richtig angebracht werden.
Auch jeder einzelne kann etwas tun: Fledermauskästen am Haus oder im Garten schaffen neue Rückzugsorte. Bei Umbauten oder Sanierungen lohnt es sich, bestehende Quartiere zu erhalten oder neue gleich mit einzuplanen. Außerdem hilft es enorm, auf Pestizide zu verzichten und nachts nicht unnötig viel Licht brennen zu lassen – denn Fledermäuse sind auf Insekten und dunkle Jagdgebiete angewiesen.
Die hier aufgestellte Fledermausstele im Rahmen der Fledermausausstellung in der Wildkräuterwelt am Naturparkzentrum zeigt ganz praktisch, wie Artenschutz direkt vor Ort aussehen kann. Sie soll auch als Beispiel für Kommunen dienen, wie man Lebensräume für Fledermäuse aktiv mitdenken und schaffen kann.
Fledermäuse haben es heute nicht leicht und gelten in vielen Regionen als gefährdet. Gleichzeitig sind sie aber unglaublich wichtige Helfer in der Natur: Jede Nacht fressen sie große Mengen an Insekten und tragen so ganz natürlich zum Gleichgewicht unserer Ökosysteme bei. Wer Fledermäuse schützt, schützt also auch ein Stück funktionierende Natur direkt vor unserer Haustür.
Weitere Informationen zu Fledermäusen finden Sie bei unseren Flederfreunden oder unter unserer Fledermausausstellung.