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40 Jahre Naturpark Stromberg-Heuchelberg

Naturpark wirkt

Der Naturpark Stromberg-Heuchelberg feiert im Jahr 2020 sein 40-jähriges Jubiläum.

(Zaberfeld) Der Naturpark Stromberg-Heuchelberg begeht im Jahr 2020 sein 40jähriges Jubiläum.

„Naturpark wirkt“, so das Resümee des Naturparkvorsitzenden Andreas Felchle bei der Rückschau auf 40 Jahre Naturparkarbeit anlässlich der Jubiläumsfeierstunde in der Herzogskelter in Güglingen. Ein höchst erfreuliches Ereignis im vierzigsten Jahr des Bestehens: das Regierungspräsidium Stuttgart fertigte unlängst die Verordnungsänderung aus, in der ein Größenzuwachs um rund 7.600 auf knapp 40.800 Hektar Naturparkfläche festgelegt wurde.

„Die sieben Naturparke im Land sind ein Erfolgsmodell in Baden-Württemberg. Sie sind ein Gewinn für die Menschen und die Natur gleichermaßen. Seit seiner Gründung flossen mehr als 5,5 Millionen Euro an Landesfördermitteln alleine in den Naturpark Stromberg-Heuchelberg. Damit konnten rund 500 Projekte mit einem Gesamtvolumen von elf Millionen Euro umgesetzt werden. Ich gratuliere den Akteuren vor Ort und den Bürgerinnen und Bürgern der gesamten Region ganz herzlich zum sehr schönen und runden Jubiläum des Naturparks Stromberg-Heuchelberg“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL.

Auch der Verband Deutscher Naturparke (VDN), bundesweiter Dachverband der 104 Naturparke, brachte gute Kunde zum Jubiläum des Stromberg-Heuchelberg. Vorstandsmitglied Roland Schöttle überreichte eine Ehrenurkunde zum Jubiläum und zeichnete den Naturpark auch gleich als Qualitätsnaturpark im Rahmen der Qualitätsoffensive des VDN aus. Der Stromberg-Heuchelberg hatte im Sommer bereits zum zweiten Mal erfolgreich an dieser Zertifizierung teilgenommen.

Felchle konnte in seiner Ansprache auf viele Meilensteine während des Bestehens des Großschutzgebietes verweisen. Die Einrichtung eines Naturparks war vor 40 Jahren nicht unumstritten. Neben Befürchtungen, der Naturpark würde die Planungshoheit der Gemeinden einschränken, gab es unter anderem Bedenken, dass etwa Kühe an gehäckselten Coladosen im Futter verenden könnten, zurückgelassen von den angelockten Stuttgarter Touristen. Nach seiner Gründung im Jahr 1980 im Rahmen eines Festaktes in Maulbronn habe zunächst tatsächlich der Ausbau der Erholungsinfrastruktur im Vordergrund gestanden. Grillhütten, Rastplätze, Bänke, aber auch attraktive Wandermöglichkeiten wie der Eppinger-Linien-Weg oder der Waldenser-Weg wurden eingerichtet. Die finanzielle Förderung der Müllbeseitigung an Erholungsschwerpunkten oder von landschaftspflegerischen Maßnahmen wie der Pflege von Hecken und Feldgehölzen prägte über Jahre die Naturparkarbeit.

In den vergangenen 15 Jahren rückten vermehrt regional bedeutsame Projekte in den Vordergrund, für die der Naturpark selbst die Trägerschaft übernahm. Die lange ersehnte Einrichtung eines Naturparkzentrums, die Ausbildung von Naturparkführern oder die Zertifizierung von Schulen als Naturparkschulen im Bereich Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit, die Stärkung der Regionalvermarktung durch Veranstaltungen wie Naturparkmärkte, Brunch auf dem Bauernhof oder GenussScheunen, die Zertifizierung des Eppinger-Linien-Weges zum Qualitätswanderweg, die Einrichtung der Wander3Klänge oder der Eppinger-Linien-Wandermarathon im Bereich der Erholung. Im Handlungsfeld Naturschutz sind vor allem die Wiederentdeckung der Wildkatze im Jahr 2011 sowie das Projekt Blühende Naturparke als Beitrag gegen das Insektensterben zu nennen. Allen Projekten gemeinsam: immer geht es darum, einen Ausgleich zwischen Mensch und Natur zu schaffen.

Mit der Stärkung der Eigenprojekte und der Ausweitung der Naturparkveranstaltungen und deren Bewerbung, z. B. durch Plakate, stieg auch die Bekanntheit des Naturparks. Auch die Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit über Presse und soziale Medien konnte dazu beitragen.

Felchle hob besonders die Kontinuität in Sachen Personal im Naturpark hervor. In den 40 Jahren seines Bestehens hätten (lediglich) zwei Naturparkvorsitzende sowie vier Geschäftsführer die Geschicke des Trägervereins gelenkt.

„Ein Naturpark ist kein Zustand, den man irgendwann erreicht hat, sondern ein Prozess mit immer neuen Aufgabenstellungen“, resümierte Felchle seine Rückschau. Die Philosophie des Naturparks in den vergangenen 40 Jahren sei es immer gewesen, der Region attraktive Angebote für eine nachhaltige Entwicklung zu machen und nicht, sie zu reglementieren. Dies wolle der Naturpark aus Überzeugung auch in Zukunft so beibehalten, so Felchle.

 

Im Jubiläumsjahr seien keine großen Feierlichkeiten geplant gewesen. Der Naturpark wollte sich präsentieren mit seinen Veranstaltungen und Projekten. Darunter Highlights wie die Ausstellung zum Wolf im Naturparkzentrum oder die Eröffnung der neuen Wildkräuterwelt Zaberfeld. Das Jahresprogramm sah insgesamt fast 150 Veranstaltungen mit Märkten, GenussScheunen und vielfältigen Angeboten der Naturparkführer vor. Wegen der Covid19-Pandemie konnte vieles davon nicht umgesetzt werden. Für den Naturparkvorsitzenden „kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken“.

Die Pandemie habe allerdings gezeigt, wie wichtig ein intaktes Umfeld für die Bevölkerung sei. Von der Versorgung mit gesunden Lebensmitteln bis hin zur Freizeitgestaltung, als Ort psycho-sozialen Ausgleichs. Felchle sieht darin Anzeichen der dringenden Notwendigkeit, das gesellschaftliche Handeln und die Arbeit des Naturparks auf eine umfassend nachhaltige Entwicklung auszurichten, eingebunden in die nationalen und weltweiten Zielsysteme und Aktionspläne.

Wer hier etwas erreichen wolle, müsse die Menschen mitnehmen, ganz nach dem Motto: Nachhaltigkeit beginnt im Kopf. Umso wichtiger für Felchle in diesem Zusammenhang die Arrondierung des Naturparks, mit der jetzt u.a. auch die Zabergäugemeinden komplett, d.h. mit ihren Ortsettern, in der Kulisse des Naturparks liegen.

Der Naturparkvorsitzende dankte zum Schluss den vielen Akteuren, die in den vier Jahrzehnten seines Bestehens an der erfolgreichen Arbeit des Naturparks mitgewirkt hätten: dem Land für finanzielle und personelle Unterstützung, den Naturparkmitgliedern für ihren solidarischen Zusammenhalt, dem Naturparkteam um Naturparkgeschäftsführer Dietmar Gretter und ungezählten ehrenamtlichen Akteuren, Freunden und Partnern für ihr großes Engagement.

 


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