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Das ehemalige Zisterzienserabtei Kloster Maulbronn gehört seit 1993 zum UNESCO Weltkulturerbe.

Das Kloster liegt im Naturpark Stromberg- Hechelberg, eingebettet in der schönen Hügellandschaft des Strombergs. Seit fünf Jahrhunderten - bis heute ist das Kloster von den Maulbronner Bürgern und Schülern des Evangelischen Seminars bewohnt.

Ausführliche Informationen erhalten Sie in Maulbronn im Infozentrum direkt im Klosterhof oder im Naturparkzentrum Stromberg- Heuchelberg.

Burgfeste und Böllerschüsse: Rund um Ritter Rabans Burg in Sulzfeld

Weithin sichtbar erhebt sich bei Sulzfeld am Anstieg von Stromberg und Heuchelberg die Ravensburg über das Kohlbachtal. Fast allseits von Rebanlagen umgeben zählt die Ravensburg zu den bedeutendsten Burgen im Kraichgau, sicher aber zu den am schönsten gelegenen mit einem hohem Erlebniswert. Die Burg ist zugänglich, der Bergfried kann tagsüber bestiegen werden und bietet einen einmaligen Ausblick über die weite Landschaft des Kraichgaus.

Die Ravensburg ist der einstige Stammsitz der Freiherren Göler von Ravensburg und beherbergt heute neben einem Burgrestaurant mit herrlichem Biergarten auch eine Traukapelle. Als Naturparkwirt bietet das Burgrestaurant ganzjährig regionale Gerichte an.

Der Legende nach wurde die Ravensburg im Jahr 930 durch einen Ritter „Rabanus“ aus dem Kraichgau errichtet. Urkundlich wird die Ravensburg erstmalig im Jahr 1212 erwähnt, Sulzfeld bereits 1075. Ältester Teil der Burg ist heute der um 1220 errichtete, 30m hohe quadratische Bergfried mit seinen schönen Buckelquadern. Als sein Erbauer gilt der 1190 urkundlich erwähnte Ravan de Wimpina, staufischer Reichsministeriale, zu dessen ausgedehnten Besitzungen auch die „Rabans Aue“ (heute Rappenau) bei Wimpfen gehörte.

Im Jahre 1522 führte Bernhard Göler von Ravensburg in Sulzfeld als einer der ersten Gemeinden die Reformation durch. Im Schmalkaldischen Krieg kämpfte die Ritterschaft des Kraichgaus auf protestantischer Seite gegen Kaiser Karl V. Nach dessen Sieg hausten die Spanier unter dem Befehl des Herzogs von Alba auch im Kraichgau. Burg und Dorf wurden besetzt und geplündert. Bernhard von Göler erhielt sein Eigentum später zurück, hatte aber Mühe, die Burg wieder bewohnbar zu machen. An die Erstürmung der Burg im Schmalkaldischen Krieg erinnert das in zweijährigem Turnus am Pfingstwochenende stattfindende Burgwehrfest. Tausende von Besuchern werden von mittelalterlichen Tänzen, Ritterspielen und einem mittelalterlichen Markt angezogen.

Der Dreißigjährige Krieg brachte erneut Zerstörungen im Dorf, doch gelang es nie, die Burg einzunehmen. Im Laufe der Jahre verlor die Burg Ihre Bedeutung als Feste. Das Versiegen des Wassers in dem noch heute 47 m tiefen, rundgemauerten Brunnen in der Mitte des inneren Burghofes und die Erbauung neuer Wirtschaftsgebäude und eines Herrensitzes im Dorf führten zum Verlassen der bis 1846 noch teilweise bewohnten Burg. Über Jahrzehnte hinweg diente sie dann als „Steinbruch“.

Nach der Renovierung der Burg hat sich das „Burgrestaurant Ravensburg” durch seine gepflegte Küche und die überregional geschätzten Weine von Weingut Burg Ravensburg zu einem bekannten gastronomischen Anziehungspunkt entwickelt. Seit Juli 2006 steht Brautpaaren auf der Ravensburg auch eine Traukapelle für ihre kirchliche Trauung in historischem Umfeld zur Verfügung.

Wer nach den kulinarischen Genüssen auf der Burg Lust auf einen Spaziergang in friedvoller Landschaft verspürt, dem sei der 2014 eröffnete Streuobsterlebnispfad am Fuße der Burg empfohlen. Eine riesige Apfelskulptur empfängt den Besucher am Beginn des Pfades. Apfelsorten-Bilderrätsel, Guckrohre, Hörtrichter und Vogelstimmenstationen, Heckenfenster und Relaxliegen, Insektenmemory und eine Wiesenseilbahn warten entlang eines ca. 2 km langen Rundwegs auf wissbegierige Besucher jeden Alters. Das Wissen rund um das Kulturgut Streuobst wird spielerisch vermittelt. Dabei ist die Zielgruppe weit gefächert.

Für die Burg gibt es eine rund einen Kilometer nördlich gelegene Bedarfshaltestelle an der Kraichgaubahn. Für angemeldete Reisegruppen halten dort die Züge der Karlsruher Stadtbahn.

 

Derdinger Horn / Oberderdingen

Ohne den guten Wein vom Derdinger Horn gäbe es den Ort Oberderdingen vielleicht gar nicht mehr. Im 30jährigen Krieg hatte der lothringische Obrist Haaß mit den kaiserlichen Truppen im Amthof Quartier bezogen. Die Derdinger Einwohner waren alle geflohen und hatten Speis und Trank mitgenommen. Darüber waren die Kaiserlichen so wütend, dass sie das Dorf abbrennen wollten. Der Pfarrer war im Ort geblieben und schenkte den Truppen seinen Deputatswein ein. Schließlich waren der Obrist und seine Mannschaft so betrunken, dass sie das „Brandschatzen“ vergaßen. Von der Beliebtheit der Trauben zeugt auch das „Wengertschützen“-Häusle am Derdinger Horn. Früher lebten hier die Wengertschützen jeden Herbst für einige Wochen, um die reifen Trauben zu bewachen. Vor allem mussten sie dann von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang mit Holzrätschen und Pistolen Krach machen, um die Stare aus den Weinbergen zu vertreiben. Aber keine Frage: auch auf die ungefiederten Zweibeiner mussten sie achten. Dem „Wengertschütz Willi“ wurde am Derdinger Horn gar eine eigene Figur gewidmet. Auf Infotafeln und an Mitmachstationen erklärt Willi den Besuchern allerlei Interessantes rund um den Weinbau, die Arbeiten in den Rebanlagen, die Rebpflanze und ihre verschiedenen Sorten sowie Tiere und Pflanzen, die im Weinberg leben. Vom ampelographischen (rebsortenkundlichen) Quiz über lyrische Kostproben rund um den Wein bis zum Kletterrahmen und zur Rutschbahn für Kinder kommen an diesem etwas anderen Weinlehrpfad Alt und Jung auf ihre Kosten. Wer weiß etwa, dass die Rebpflanze zu den Lianen zählt und bis zu 60 m tief wurzeln kann?

Für die große Anziehungskraft des Derdinger Horns auf Besucher sorgt insbesondere der herrliche Ausblick, den man von der Aussichtsplattform zu jeder Jahreszeit über den gesamten Kraichgau oder auch Richtung Osten ins Bernhardsweiher Tal genießt. Burg Steinsberg scheint zum Greifen nahe. Eine Grillanlage sowie ein Trimmpfad ergänzen den Erholungsschwerpunkt, der auch den Ausgangspunkt für viele Wanderungen und Radtouren bildet. Ein Termin zum Vormerken ist der dritte Septembersonntag, an dem jedes Jahr am Derdinger Horn eine Weinprobe stattfindet-

Für Einblicke in die bewegte Ortsgeschichte sorgen auch Infotafeln an der Erholungsanlage im Bernhardsweiher Tal, umgeben von Maulbeer- und Mandelbäumen. Die Großvillarser Waldenser, Glaubensflüchtlinge aus Frankreich unter der Herrschaft des Sonnenkönigs Ende des 17. Jahrhunderts, hatten an dieser Stelle Maulbeerbäume angepflanzt und eine Seidenraupenzucht betrieben. Leider war der Seidenraupenzucht aufgrund des Klimas und der Frostanfälligkeit der Maulbeerbäume kein dauerhafter Erfolg beschieden. Die Maulbeerbäume dienen als Nahrungsgrundlage für die Raupen des Seidenspinners, die sich ausschließlich von Maulbeerblättern ernähren.

Geologisch liegt das Derdinger Horn am Übergang vom rebenbewachsenen Gipskeuper zum harten Schilfsandstein, dem gelblich-braunen Baumaterial, aus dem viele typische Gebäude im Naturpark wie etwa der Oberderdinger Amthof errichtet sind. Ein sogenanntes geologisches Fenster macht den Übergang sichtbar.

Ehmetsklinge Zaberfeld

Wenn es so etwas wie das Herz des Naturparks Stromberg-Heuchelberg gibt, dann schlägt es sicher in Zaberfeld am Stausee Ehmetsklinge, mitten im Naturpark, mitten in der Natur. „Da war ich schon zum Baden“, lautet wohl die häufigste Antwort, wenn man die Menschen der Region auf den See anspricht, an dem auch das Naturparkzentrum Stromberg-Heuchelberg liegt. Der größte der drei Zaberfelder Seen wurde 1968 – 1970 zum Hochwasserschutz für das Zabergäu erbaut. Zu Beginn des neuen Jahrtausends wurde der See auf knapp die doppelte Fläche (13,8 ha) erweitert, die Wassermenge gar mehr als verdreifacht. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen, dass aus der Ehmetsklinge bis zu 400.000 m3 Wasser als Kühlwasser für das Kraftwerk Neckarwestheim in die Zaber eingeleitet werden können. Umfangreiche ökologische Ausgleichsmaßnahmen begleiteten die Baumaßnahmen. Und so ist der Stausee heute nicht nur Kühlwasserreserve und Badeparadies, sondern bietet auch Lebensraum für viele Amphibien- und Vogelarten, darunter seltene Gäste wie Fischadler oder Raubwüger, Pirol oder Drosselrohrsänger. Der Kontrast zwischen Naturidylle pur außerhalb der Badesaison und einem an Mallorca erinnernden Baderummel an heißen Sommertagen könnte kaum größer sein.

Einen Meilenstein in der Entwicklung des Naturparks Stromberg-Heuchelberg bildete die Eröffnung des Naturpark-Besucherzentrums im Mai 2009. Das Naturparkzentrum ist Sitz der Naturparkgeschäftsstelle, beherbergt eine rd. 350 m2 umfassende Erlebnisschau über die Region und ihre Landschaft und ist zugleich touristische Infostelle mit zahlreichen Infomaterialien der Tourismusverbände und Kommunen zwischen Bretten und Brackenheim, Eppingen und Vaihingen. Mehr als 70.000 Besucher nutzten seit 2009 die Angebote des Naturparkzentrums, besuchten die Dauerausstellung, eine der jährlichen Wechselausstellungen oder Events.

„Wir bieten ein Ausflugsziel für die ganze Familie, vom Kleinkind bis zu Oma und Opa“, beschreibt Naturparkgeschäftsführer Dietmar Gretter die Zielgruppen des Besucherzentrums, „und wollen mit unserer interaktiven Ausstellung zeigen, dass der Naturpark etwas ganz Besonderes ist“. Die Lage am Stausee Ehmetsklinge hält er für ideal. So könnten gerade Schulklassen die Ausstellung besuchen und danach praktisch vor der Haustür des Naturparkzentrums die Landschaftselemente des Naturparks, Wälder, Wiesen, Weinberge und Gewässer, in schönster Ausprägung auch „in echt“ kennenlernen. Die Lage am See mache aus dem Naturparkzentrum ein echtes Allwetter-Ausflugsziel. Bei wechselhaftem Wetter könnten sich die Besucher ganz kurzfristig zwischen dem Besuch der Ausstellung im Naturparkzentrum, einem kurzen Spaziergang entlang des Seeufers, einem ca. einstündigen Seenrundweg (auch für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer mit Begleitung geeignet) oder einer größeren Rad- und Wandertour durch die angrenzenden Naturparkwälder entscheiden.

Und nach einer vierjährigen Geduldsprobe ist es 2015 so weit: ein wildlebendes Storchenpaar bezog das 2011 errichtete Storchennest am Naturparkzentrum und kümmert sich um die Aufzucht seines Kükens. Sehr zur Freude vieler Seebesucher, die die attraktiven Vögel bei der Bewachung des Nestes, bei der Futtersuche oder dem namensgebenden Klappern aus nächster Nähe beobachten.

Und wie kam der Stausee Ehmetsklinge zu seinem Namen? Namensgebend ist das westlich des Sees gelegene Tälchen (der Querschnitt der engen Tälchen im Keuperbergland ähnelt einer Messerklinge, daher heißen diese „Klinge“). In mittelalterlichen Karten hieß das Tal noch Ehmesklinge, „Ehmes“ oder auch „Emäs“ ist der schwäbische Ausdruck für Ameise. Die fühlten sich in dem feuchten Tälchen offensichtlich so wohl, dass das Tal nach ihnen benannt wurde.

Weißer Steinbruch Pfaffenhofen

Ein einmaliges Fenster in die Geschichte des Zabergäus

Der weiße Steinbruch auf dem nördlichen Strombergrücken bei Pfaffenhofen ist ein Fundort aufsehenerregender Fossilien aus der Trias-Zeit (vor ca. 220 Mio. Jahren) und bietet gleichzeitig mit seiner Aussichtsplattform einen herrlichen Blick ins Zabergäu. Das Panorama reicht bei guter Fernsicht vom Heidelberger Königstuhl bis zu den Löwensteiner Bergen. Im Vordergrund streicht der Blick im Zabergäu über den Rodbachhof, Burg Stocksberg bis zum Hörnle bei Dürrenzimmern. Der Rodbachhof zählt zu den ältesten urkundlich erwähnten Ansiedlungen im Zabergäu (793 n. Chr.).

Berühmt wurde der „Weiße Steinbruch“ besonders durch die dortigen Reptilien- und Amphibienfunde. Abgüsse der Fundstücke können im Rathaus Pfaffenhofen besichtigt werden, beispielsweise die rechte Pfote des Dinosauriers „Sellosaurus“, auch als Plateosaurus bezeichnet. Es gibt keinen anderen Keuper-Steinbruch mit einer vergleichbaren Vielfalt an Fossilien. Die Fossilien fanden sich sowohl im Sandstein selbst als auch in zwischengelagerten Tonschichten. Zur Keuper-Zeit befand sich das Zabergäu in einer großen, flachen Senke, die auch als Germanisches Becken bezeichnet wird.

Der Sellosaurus wurde in Süddeutschland häufiger gefunden, weshalb ihm auch der Spitzname „Schwäbischer Lindwurm“ verliehen wurde. Und auch im Logo des Stuttgarter Naturkundemuseums findet sich ein derartiger Dinosaurier, auch wenn es sich nicht exakt um die in Pfaffenhofen gefundene Art handelt.

Der "Weiße Steinbruch" war von 1902 bis 1914 in Betrieb und diente dem Abbau von Stubensandstein als Baumaterial. Viele typische Gebäude im Stromberg sind aus Keupersandstein errichtet, das bekannteste sicher das Kloster Maulbronn. Der Name Stubensandstein rührt von der Verwendung des gemahlenen Sandsteines als Putz- oder Fegesand auf den Holzböden der Wohnstuben.

Ein Lehrpfad mit illustrierten Infotafeln vermittelt am weißen Steinbruch tiefergehendes Wissen über die Keuper-Zeit vor mehr als 200 Millionen Jahren und die urzeitlichen Lebewesen - vom Dachschädlerlurch bis zum Krokodilsaurier, von der gürteltierähnlichen Panzerechse bis zum Dinosaurier.

Der „Weiße Steinbruch“ ist nur zu Fuß erreichbar. An der L 1110, der Verbindungsstraße zwischen Ochsenbach und Eibensbach, liegt am höchsten Punkt der Wanderparkplatz Weißer Steinbruch. Von dort aus ca. 300 m dem Rennweg nach Westen folgend stößt man auf einen schmalen, beschilderten Fußweg, der zum Steinbruch und zur Aussichtsplattform führt.

Einblicke und Ausblicke am „starren Felsen“

Von der im 13. Jahrhundert errichteten Sternenfelser Burg der Herren von Sternenfels ist auf dem Sternenfelser Schlossberg leider fast nichts mehr übrig geblieben. Die abgegangene Burg wurde im 13. Jahrhundert von einer Seitenlinie der Herren von Kürnbach auf dem „starren Felsen“, der höchsten Sternenfelser Erhebung, errichtet. Mitte des 13. Jahrhunderts nannten sich die Eigentümer „von Sternvels“. Die Burg endete wenig ruhmreich als Gefängnis für Wilderer, bevor sie im 18. Jahrhundert abgetragen wurde.

Anstelle der Burg findet sich ein im 20. Jahrhundert errichteter Wasserturm im Stil eines Bergfrieds mit einer Aussichtsplattform – heute das Wahrzeichen von Sternenfels. Der Turm beherbergt das kleine Heimatmuseum „GuG“ zu Geschichte und Geologie des Sandbauerndorfes und der Herren von Sternenfels. Rund um den besteigbaren Turm mit seiner grandiosen Aussicht lädt eine Spielanlage mit Biergarten Wanderer und Ausflügler zum Verweilen ein. Besonders das Baumhaus, genannt Bergwart, ist erwähnenswert. Es war der Prototyp für das Baumhaus auf der internationalen Gartenausstellung in Stuttgart. Museum und Biergarten sind im Sommerhalbjahr Donnerstag und Freitag ab 16 Uhr, Samstag ab 14 Uhr und an Sonntagen ab 10 Uhr geöffnet.

Mit einer Höhe von 375 m zählt der Schlossberg zu den höchsten Erhebungen am westlichen Strombergrand. Dies erlaubt einen herrlichen Ausblick, der über den Kraichgau mit Ravensburg und Burg Steinsberg bis in die Vogesen, den Pfälzer Wald und den Odenwald reicht. Nach Osten streicht der Blick über das Zabergäu bis zu den Löwensteiner Bergen. Auch der Nahbereich ist höchst reizvoll und spiegelt in seinem kleinteiligen Wechsel der Landnutzung mit Weinbergen, Obstwiesen und Wäldern trefflich das Naturparkmotto „Wein. Wald. Wohlfühlen“.

Wer in den Wäldern des Schlossbergs genauer hinschaut, dem fällt der wellige, mondlandschaftsartig zerwühlte Waldboden auf. Soweit es sich nicht um Wall und Graben der Eppinger Linien handelt, bieten sich hier Einblicke in die Geschichte des Stubensandsteinabbaus. Dieser Sandstein wurde in Sandsteinmühlen gemahlen und als Fegesand für die hölzernen Dielenböden der Wohnstuben verwendet. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden in Sternenfels bis zu 35 Sandsteinmühlen betrieben, die letzte wurde 1935 geschlossen - chemische Reinigungsmittel ersetzten den Putzsand. Reich wurden die Sandbauern mit ihrer harten Arbeit nicht. Dies gelang dagegen dem Pforzheimer Tüftler Christian Bechtler. Seine Frau hatte 1818 im Sternenfelser Fegesand kleine Goldflitter entdeckt. Eine Woche lang wusch Bechtler am Sternenfelser Dorfbrunnen rund 17 Tonnen Sand, fand darin aber nur 1 Gramm Gold. Bechtler hatte dazu eigens eine Goldwaschmaschine entwickelt. Mit dieser Maschine im Gepäck wanderte er nach Amerika aus und verkaufte sie an die dortigen Goldgräber. Er ließ sich in Goldnuggets bezahlen, förderte auch Gold aus eigenen Minen und durfte später mit staatlicher Genehmigung eigene Münzen prägen, den Bechtler-Dollar.

Tolle Ausflugtipps, Sehenswürdigkeiten und Wanderwege finden Sie auch beim Kraichgau Tourismus.

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