Zum Inhalt springen

Forum "Blühender Naturpark"

Der Naturpark Stromberg-Heuchelberg möchte seine Gemeinden zum Blühen und Summen bringen! Mit dem landesweit angelegten Projekt „Blühender Naturpark“ sollen auf innerörtlichen Flächen ökologisch wertvolle Wildblumenwiesen entstehen und eine wichtige Lebensgrundlage für Schmetterlinge, (Wild-)Bienen, Hummeln, Laufkäfer und Co. bilden. Den Auftakt im Naturpark Stromberg-Heuchelberg bildete das Forum „Blühender Naturpark“ am 15. Juni im Naturparkzentrum Zaberfeld. „Wir wollen in den sieben Naturparken des Landes einen Beitrag leisten, dass die Insekten auch künftig Blühflächen für die Nahrungssuche und Areale für die Brut und Überwinterung finden“, so Naturparkvorsitzender Andreas Felchle bei der Begrüßung von mehr als 40 Vertretern der Kommunen des Naturparks, von Behörden und Verbänden und aus dem Naturschutz. Jeder könne hierzu seinen Beitrag leisten, so Felchle, der deshalb auch an die Kommunen und an die Bevölkerung des Naturparks appellierte, sich in das Projekt einzubringen: „Der Naturpark kann das Insektensterben nicht alleine aufhalten. Es sind Ihre Blumen, Ihre Bienen, Ihre Vögel – jeder Beitrag zählt“.

Im Laufe der Jahre 2018 und 2019 sollen die Naturparkgemeinden nun auf öffentlichem Grün naturnahe Blühflächen aus regionalem, mehrjährigem Saatgut anlegen. Hierbei erhalten sie Unterstützung: Der Naturpark organisiert eigens dafür ein Praxisseminar zur Anlage von Wildblumenwiesen, koordiniert das Projekt und unterstützt organisatorisch die Beschaffung geeigneten, heimischen Saatguts. Mit begleitender Öffentlichkeitsarbeit sollen möglichst viele Menschen dafür begeistert werden, den Bienen, Hummeln, Schmetterlingen & Co. wieder mehr Lebensräume bereitzustellen. Naturparkgeschäftsführer Dietmar Gretter hob besonders die beiden Säulen des Projektes hervor, die sich ideal ergänzten: Konkrete Schaffung naturnaher Lebensräume einerseits sowie umweltpädagogische Angebote und Sensibilisierungsmaßnahmen andererseits. „Das Projekt verkörpert wie kein zweites das Leitmotiv der baden-württembergischen Naturparke: Mehr Natur. Mehr erleben. Naturparke.“, so der Naturparkleiter.

Vorträge fachkundiger Experten beleuchteten während des Forums Blühender Naturpark die vielfältigen Facetten der Anlage von Wildblumenwiesen. Der stellvertretende Vorsitzende des Landesverbands Württembergischer Imker e.V., Hans-Dieter Klein, sicherte dem Projekt die Unterstützung der baden-württembergischen Imker als Multiplikatoren und Expertennetzwerk zu, zumal die Imker von diesem Thema ganz unmittelbar berührt seien. Manfred Kraft, Obmann für Bienenweide im Landesverband Badischer Imker, führte den ökologischen Mehrwert naturnaher Wildblumenwiesen für Insekten vor Augen und konnte zugleich anschaulich machen, wie auch der Mensch von Blühflächen profitiert. Kraft ist zugleich landesweit als Koordinator der sieben baden-württembergischen Naturparke im Projekt „Blühender Naturpark“ tätig, finanziell gefördert im Rahmen des Sonderprogramms der Landesregierung zur Stärkung der biologischen Vielfalt. Kerstin Lüchow von der Bundesgeschäftsstelle des Naturgarten e.V. in Heilbronn konnte den Teilnehmern aus ihrem reichen Erfahrungsschatz viele praktische Hinweise zur Neuanlage ökologisch wertvoller Wildblumenwiesen vermitteln. Naturparkführerin Anja Bauer zeigte die naturpädagogischen Möglichkeiten auf, welche Kindern auf der Fläche offen stehen. Kindergärten und Schulen seien dabei auch ideale Partner, wenn es darum gehe, Bürgerinnen und Bürger zu inspirieren und zu mobilisieren, selbst etwas gegen das Artensterben zu unternehmen. Im anschließenden Themenmarkt war es den Teilnehmenden möglich, sich ausgiebig über die Flächenbewirtschaftung, naturpädagogische Möglichkeiten von Kindergärten und Schulklassen auf Wildblumenwiesen sowie über die Ökologie der bestäubenden Insekten zu informieren.

Julia Menold, seit April Projektmanagerin im Naturpark Stromberg-Heuchelberg, gab den Teilnehmenden einen Überblick über den weiteren Projektverlauf. Ziel sei die Neuanlage möglichst vieler Flächen noch im Herbst 2018. Direkt im Anschluss an das Forum bekundeten mit Eppingen, Sachsenheim, Zaberfeld, Kürnbach, Sternenfels, Kürnbach, Oberderdingen und Knittlingen bereits acht Naturparkgemeinden ihr konkretes Interesse an einer Teilnahme am Projekt.

Die Anlage von Wildblumenwiesen auf kommunalen Flächen ist nur der Anfang des Projektes. Mitmachen kann jeder! Ob Stadt und Gemeinde, Fachbehörde, Kirche, Unternehmen, Schule, Kindergarten, Imker oder Gartenbesitzer – alle sind herzlich eingeladen einen Beitrag zum Erhalt und Schutz der Artenvielfalt zu leisten. Nähere Informationen unter www.naturpark-sh.de oder bei Ansprechpartnerin Julia Menold (j.menold@naturpark-stromberg-heuchelberg.de, Tel.: 07046 / 884815).

Das Projekt ist Teil des Programms der Landesregierung zur Stärkung der biologischen Vielfalt. Es wird finanziell zudem unterstützt durch Mittel der Naturparkförderung, finanziert von Land, Glücksspirale und Europäischer Union.

Zurück zur Übersicht
nach oben