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Im Naturpark Stromberg-Heuchelberg gibt es viel zu sehen und viel zu erleben.

Gerne möchten wir Ihnen anbei einige Ausflugstipps geben.

Bitte beachten Sie, dass diese Tipps keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erheben.

Genaue Wandertouren können Sie auf www.outdooractive.com finden.

 

 

Ohne den guten Wein vom Derdinger Horn gäbe es den Ort Oberderdingen vielleicht gar nicht mehr. Im 30jährigen Krieg hatte der lothringische Obrist Haaß mit den kaiserlichen Truppen im Amthof Quartier bezogen. Die Derdinger Einwohner waren alle geflohen und hatten Speis und Trank mitgenommen. Darüber waren die Kaiserlichen so wütend, dass sie das Dorf abbrennen wollten. Der Pfarrer war im Ort geblieben und schenkte den Truppen seinen Deputatswein ein. Schließlich waren der Obrist und seine Mannschaft so betrunken, dass sie das „Brandschatzen“ vergaßen. Von der Beliebtheit der Trauben zeugt auch das „Wengertschützen“-Häusle am Derdinger Horn. Früher lebten hier die Wengertschützen jeden Herbst für einige Wochen, um die reifen Trauben zu bewachen. Vor allem mussten sie dann von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang mit Holzrätschen und Pistolen Krach machen, um die Stare aus den Weinbergen zu vertreiben. Aber keine Frage: auch auf die ungefiederten Zweibeiner mussten sie achten. Dem „Wengertschütz Willi“ wurde am Derdinger Horn gar eine eigene Figur gewidmet. Auf Infotafeln und an Mitmachstationen erklärt Willi den Besuchern allerlei Interessantes rund um den Weinbau, die Arbeiten in den Rebanlagen, die Rebpflanze und ihre verschiedenen Sorten sowie Tiere und Pflanzen, die im Weinberg leben. Vom ampelographischen (rebsortenkundlichen) Quiz über lyrische Kostproben rund um den Wein bis zum Kletterrahmen und zur Rutschbahn für Kinder kommen an diesem etwas anderen Weinlehrpfad Alt und Jung auf ihre Kosten. Wer weiß etwa, dass die Rebpflanze zu den Lianen zählt und bis zu 60 m tief wurzeln kann?

 

Mit Wander-Walter zum Derdinger Horn

Malerisch am Fuße von Stromberg und Heuchelberg gelegen erlaubt der Aussichtspunkt am Kürnbacher Altenberg einen herrlichen Blick Richtung Westen über das sanftwellige Hügelland des Kraichgaus mit seinen Getreidefeldern, Weinbergen und Waldinseln.

 

Mit Wander-Walter zum Altenberg bei Kürnbach

Wenn es so etwas wie das Herz des Naturparks Stromberg-Heuchelberg gibt, dann schlägt es sicher in Zaberfeld am Stausee Ehmetsklinge, mitten im Naturpark, mitten in der Natur. „Da war ich schon zum Baden“, lautet wohl die häufigste Antwort, wenn man die Menschen der Region auf den See anspricht, an dem auch das Naturparkzentrum Stromberg-Heuchelberg liegt. Der größte der drei Zaberfelder Seen wurde 1968 – 1970 zum Hochwasserschutz für das Zabergäu erbaut.

Einen Meilenstein in der Entwicklung des Naturparks Stromberg-Heuchelberg bildete die Eröffnung des Naturpark-Besucherzentrums im Mai 2009. Das Naturparkzentrum ist Sitz der Naturparkgeschäftsstelle, beherbergt eine rd. 350 m2 umfassende Erlebnisschau über die Region und ihre Landschaft und ist zugleich touristische Infostelle mit zahlreichen Infomaterialien der Tourismusverbände und Kommunen zwischen Bretten und Brackenheim, Eppingen und Vaihingen.

Wein. Wald. Wohlfühlen. Dieses Leitmotiv bildet auch den roten Faden der Erlebnisschau im Naturparkzentrum. Ziel des Naturparkzentrums ist es, den Besuchern ein Gefühl für den Naturpark zu vermitteln, zu zeigen, dass der Naturpark landschaftlich, ökologisch und kulturell etwas ganz Besonderes ist.

Kommen Sie vorbei und überzeugen Sie sich selbst davon!

 

Mit Wander-Walter zum Naturparkzentrum Stromberg-Heuchelberg an der Ehmetsklinge

Vier von West nach Ost verlaufende Täler, Leintal, Zabergäu, Kirbachtal und Mettertal, gliedern die Höhenzüge von Stromberg und Heuchelberg und geben dem Naturpark aus großer Höhe betrachtet die Form einer nach Osten geöffneten Hand. Jedes weist besondere landschaftliche Eigenheiten auf. Das idyllischste ist wohl das zur Gemarkung Sachsenheim zählende Kirbachtal mit den malerischen Ortschaften Hohenhaslach, Spielberg, Ochsenbach und Häfnerhaslach.

Am landschaftlich markanten Geigersberg oberhalb von Ochsenbach nahm die traditionelle Weinbergnutzung seit etwa 1960 ständig ab. Parzelle um Parzelle fiel brach und wurde zu Schlehengebüsch. 1996 bis 2000 gelang hier ein mustergültiges Flurneuordnungsverfahren. Seither ist eine wirtschaftliche Weinbergnutzung möglich, und die traditionelle Kulturlandschaft mit ihrer reichhaltigen Naturausstattung hat ebenfalls Zukunft.

Mit der "kulturhistorischen Weinlandschaft Geigersberg" kann der Besucher einen Weinberghang erleben, wie er im Naturpark weitgehend einmalig ist.

 

Mit Wander-Walter zum Rundwanderweg um den Geigersberg

Weithin sichtbar erhebt sich bei Sulzfeld am Anstieg von Stromberg und Heuchelberg die Ravensburg über das Kohlbachtal. Fast allseits von Rebanlagen umgeben zählt die Ravensburg zu den bedeutendsten Burgen im Kraichgau, sicher aber zu den am schönsten gelegenen mit einem hohem Erlebniswert. Die Burg ist zugänglich, der Bergfried kann tagsüber bestiegen werden und bietet einen einmaligen Ausblick über die weite Landschaft des Kraichgaus.

Die Ravensburg ist der einstige Stammsitz der Freiherren Göler von Ravensburg und beherbergt heute neben einem Burgrestaurant mit herrlichem Biergarten auch eine Traukapelle. Als Naturparkwirt bietet das Burgrestaurant ganzjährig regionale Gerichte an.

Mit Wander-Walter zur Ravensburg

Wer den Anstieg nördlich des Mühlacker Bahnhofs oder des Ötisheimer Ortsteils Schönenberg bewältigt, stößt dort auf einen hölzernen Aussichtsturm, umgeben von Pallisaden, auf markante, sternförmig angeordnete Erdwälle, auf großformatige Bilder mit barockisierenden Holzrahmen, die zwischen den dortigen Eichen aufgehängt sind, sowie auf eine große Plastik aus verbogenen Ortsschildern und aus Eiche geschnitzten, teils verkohlten Hausformen. Selbst bei der ortsansässigen Bevölkerung ist der ursprüngliche Sinn der Erdwälle nicht bekannt, manchmal wird gemutmaßt, es könnte sich um den Limes handeln. Tatsächlich führen alle die genannten Bodendenkmäler und Kunstwerke in die Zeit des Pfälzischen Erbfolgekrieges Ende des 17. Jahrhunderts, als Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden, der „Türkenlouis“, von Kaiser Leopold beauftragt wurde, die rechtsrheinischen Ländereien gegen Übergriffe des französischen Sonnenkönigs, Ludwig XIV., zu verteidigen. Vorausgegangen war eine empfindliche Niederlage der kaiserlichen Truppen unter der Führung des kaiserlichen Generals, des Herzogs Friedrich Karl von Württemberg, in der Schlacht von Ötisheim im Jahr 1692. Angesichts großer französischer Übermacht ergriffen die kaiserlichen Truppen im Erlenbachtal die Flucht und überließen die Region um Ötisheim ihrem Schicksal. Sieben Ortschaften wurden daraufhin von den französischen Truppen geplündert und niedergebrannt, wenige Jahrzehnte nachdem die Menschen der Region im dreißigjährigen Krieg alles verloren hatten.

Was hat es nun mit den aufgehängten Bildern und den verbogenen Ortsschildern auf sich? Hierbei handelt es sich um Großplastiken des Gemminger Künstlers Hinrich Zürn, die 2014 im Auftrag des Naturparks entworfen und errichtet wurden. Die sieben verbogenen und zerbeulten Ortsschilder der Skulptur „Zerstörung“ stehen sinnbildlich für die 1692 niedergebrannten Ortschaften. Die zwischen den Bäumen hängenden Bilder greifen die Themen der insgesamt acht, als Gesamtkunstwerk erlebbaren, künstlerischen Installationen zwischen Mühlacker und Eppingen auf. Diese vermitteln in einer symbolhaften Darstellung die Auswirkungen des pfälzischen Erbfolgekrieges auf die einfache Bevölkerung und bieten zugleich auch Denkanstöße und Impulse für das Zusammenleben in Europa heute. Unter dem Motto „Kunst. Natur. Geschichte.“ verbindet der rund 40 km lange Eppinger-Linien-Wanderweg im Naturpark die Skulpturen in reizvoller Natur und bindet dabei auch kulturhistorische Highlights wie das Kloster Maulbronn ein.

 

Mit Wander-Walter zum Sauberg Mühlacker

Von der im 13. Jahrhundert errichteten Sternenfelser Burg der Herren von Sternenfels ist auf dem Sternenfelser Schlossberg leider fast nichts mehr übrig geblieben. Die abgegangene Burg wurde im 13. Jahrhundert von einer Seitenlinie der Herren von Kürnbach auf dem „starren Felsen“, der höchsten Sternenfelser Erhebung, errichtet. Mitte des 13. Jahrhunderts nannten sich die Eigentümer „von Sternvels“. Die Burg endete wenig ruhmreich als Gefängnis für Wilderer, bevor sie im 18. Jahrhundert abgetragen wurde.

Anstelle der Burg findet sich ein im 20. Jahrhundert errichteter Wasserturm im Stil eines Bergfrieds mit einer Aussichtsplattform – heute das Wahrzeichen von Sternenfels. Der Turm beherbergt das kleine Heimatmuseum „GuG“ zu Geschichte und Geologie des Sandbauerndorfes und der Herren von Sternenfels. Rund um den besteigbaren Turm mit seiner grandiosen Aussicht lädt eine Spielanlage mit Biergarten Wanderer und Ausflügler zum Verweilen ein. Besonders das Baumhaus, genannt Bergwart, ist erwähnenswert. Es war der Prototyp für das Baumhaus auf der internationalen Gartenausstellung in Stuttgart. Museum und Biergarten sind im Sommerhalbjahr Donnerstag und Freitag ab 16 Uhr, Samstag ab 14 Uhr und an Sonntagen ab 10 Uhr geöffnet.

Mit einer Höhe von 375 m zählt der Schlossberg zu den höchsten Erhebungen am westlichen Strombergrand. Dies erlaubt einen herrlichen Ausblick, der über den Kraichgau mit Ravensburg und Burg Steinsberg bis in die Vogesen, den Pfälzer Wald und den Odenwald reicht. Nach Osten streicht der Blick über das Zabergäu bis zu den Löwensteiner Bergen. Auch der Nahbereich ist höchst reizvoll und spiegelt in seinem kleinteiligen Wechsel der Landnutzung mit Weinbergen, Obstwiesen und Wäldern trefflich das Naturparkmotto „Wein. Wald. Wohlfühlen“.

 

Mit Wander-Walter rund um den Schlossberg wandern oder spazieren

Der Name ist Programm: bereits die Römer nutzten den Ausblick vom Gündelbacher Wachtkopf zur Überwachung ihrer Siedlungen im Tal. Eine von Illingen herkommende Römerstraße führte bei Gündelbach über das Mettertal auf den Stromberg und die „Beschreibung des Oberamts Maulbronn“ berichtet, dass „… ein Weinbergdistrikt nördlich vom Ort „die Römersteige“ und theilweise der Herdweg (d. i. Heerweg) genannt (wird)“. Heute lädt der Wachtkopf Ausflügler und Wanderer zur Rast mit Spielanlage und Grillstelle. Bei klarem Wetter reicht der Blick vom Wachtkopf über das Streitenbach- und Mettertal bis zum Albtrauf und zu den bewaldeten Höhen Stuttgarts mit dem Fernsehturm. Auch der nahegelegene Hamberger See bereichert den Wachtkopf als Ausflugsziel. Und so lässt sich immer noch nachempfinden, was den Verfasser der Maulbronner Oberamtsbeschreibung 1870 zu seinen Zeilen veranlasst haben mag: „Obstbäume gehen rings um den Ort und gar freundlich nimmt sich das von Wald umhegte wiesengrüne Thal aus, durch das die mit Pappel- und Weidenbäumen reich gesäumte Metter sich schlängelt. Ein holder Frieden liegt über dieser schönen von der Welt abgeschiedenen Gegend.“

Wie an kaum einer anderen Stelle des Naturparks lässt sich vom Wachtkopf aus erkennen, wie sich der Stromberg als Keuperinsel stufenartig über die umliegenden Gäuflächen erhebt. Die in der geologischen Formation des Keupers wie bei einer Torte wechselnden Schichten aus hartem Sandstein und weichen Mergeln werden auch in der Geländeform sichtbar. Der harte Sandstein bildet scharfe Abbruchkanten, die darunter liegenden Mergel formen sanftere Profile aus. Gleichwohl können die Hänge recht steil sein, wie jeder weiß, der schon einmal in einem Keuper-Wengert bei der Arbeit geholfen hat.

Mit Wander-Walter zum Wachtkopf Rundweg

Ein einmaliges Fenster in die Geschichte des Zabergäus

Der weiße Steinbruch auf dem nördlichen Strombergrücken bei Pfaffenhofen ist ein Fundort aufsehenerregender Fossilien aus der Trias-Zeit (vor ca. 220 Mio. Jahren) und bietet gleichzeitig mit seiner Aussichtsplattform einen herrlichen Blick ins Zabergäu. Das Panorama reicht bei guter Fernsicht vom Heidelberger Königstuhl bis zu den Löwensteiner Bergen. Im Vordergrund streicht der Blick im Zabergäu über den Rodbachhof, Burg Stocksberg bis zum Hörnle bei Dürrenzimmern. Der Rodbachhof zählt zu den ältesten urkundlich erwähnten Ansiedlungen im Zabergäu (793 n. Chr.).

 

Mit Wander-Walter zum Weißen Steinbruch

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