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Der Naturpark Stromberg-Heuchelberg wird 30 Jahre alt. Mit einem attraktiven Programm im Jubiläumsjahr 2010 wird der Stromberg-Heuchelberg ins beste Licht gerückt. In einem Pressegespräch am 23. März stellten Naturparkvorsitzender Andreas Felchle und Naturparkgeschäftsführer Dietmar Gretter das Veranstaltungsprogramm vor.
Als besonderen Höhepunkt kündigte Naturparkvorsitzender Andreas Felchle gegenüber der Presse eine „Jubiläumswandertour zu Glanzlichtern und Geheimtipps des Naturparks“ an. „Wir wollen den Naturpark im Jubiläumsjahr nicht in Bilanzen und Zahlenkolonnen sondern in echt und draußen präsentieren“, so Felchle. In fünf Etappen, die vom 02. bis 06. Juni als Gesamttour oder einzeln erwandert werden können, führen Naturparkführer die Teilnehmer durch Wälder, Weinberge und Streuobstwiesen zu den Spuren alter Geschichte und allgegenwärtiger Natur, verbinden klösterliches Weltkulturerbe mit weinseliger Fachwerkidylle. Wer mitwandern möchte, ob einzeln oder als Gruppe, sollte sich bereits jetzt beim Naturpark anmelden.
Die Ausstellung „Lebendiger Weinberg“ im Naturparkzentrum, der Brunch auf dem Bauernhof am 1. August an verschiedenen Bauern- und Winzerhöfen, ein Naturparkmarkt am 24. Oktober in Kürnbach, ein Naturparkerlebnistag am 19. September und ein Wildtiersonntag am 7. November rund um das Naturparkzentrum in Zaberfeld bilden weitere Events im Jubiläumsjahr.
Diese Veranstaltungen stehen beispielhaft für die Handlungsschwerpunkte, denen sich der Naturpark in der Vergangenheit gewidmet hat und auch künftig widmen wird. Dies sind die Erhaltung der reizvollen Kulturlandschaft mit ihren Naturschutzwerten, die Vermarktung regional erzeugter Produkte, eine weitere Verbesserung der naturnahen Erholungsmöglichkeiten zwischen den umliegenden Ballungsräumen Heilbronn, Stuttgart, Pforzheim, Karlsruhe und Rhein-Neckar sowie der Ausbau der Naturerlebnis- und Umweltbildungsangebote als Gegenpol zu Naturentfremdung und Bewegungsmangel in unserer zunehmend verstädterten Gesellschaft.
Ein eigens erarbeiteter Naturparkplan enthält das künftige Leitbild des Naturparks und bildet einen Orientierungsrahmen für die Projekte der kommenden fünf Jahre. Der Plan befindet sich derzeit in der Anhörung bei Behörden und Naturparkmitgliedern und soll auf der Mitgliederversammlung im April beschlossen und vorgestellt werden. Darin enthalten sind Projekte wie die Zertifizierung des Eppinger Linienweges zum Qualitätswanderweg oder die Einrichtung einer Erlebnisinszenierung zum Thema Streuobstwiesen, um die Erhaltung dieser wertvollen Landschaftselemente und Lebensräume ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen.
„Seit seiner Gründung am 21. Februar 1980 hat der Naturpark Stromberg-Heuchelberg sein Ziel, diese einzigartige Kulturlandschaft zu erhalten, zu schützen und als Erholungslandschaft zu pflegen, vorbildlich umgesetzt,“ so der Vorsitzendes des Naturparkvereins. Dass sich mit dem FFH-Gebiet Stromberg eines der größten NATURA-2000-Gebiete Baden-Württembergs im Naturpark befinde, belege die nach wie vor hohe ökologische Wertigkeit der Region, zu deren Erhaltung der Naturpark unter anderem Pflegemaßnahmen in Sonderbiotopen oder die Vermarktung regional erzeugter Produkte finanziell unterstütze.
4,3 Millionen EURO an Fördermitteln von Land und EU hätten im Naturpark in den vergangenen 30 Jahren Investitionen von knapp 9 Millionen EURO in über 1000 Einzelmaßnahmen mobilisiert. Nicht in Geld auszudrücken sei der Beitrag zur Lebensqualität der Bewohner und Besucher des Naturparks.
In der jüngeren Vergangenheit seien mit der Eröffnung des modernen Naturparkzentrums in Zaberfeld, der Einführung des digitalen Freizeitführers WanderWalter mit seinen rund 300 Rad- und Wandertouren und mehr als 1500 Freizeitzielen sowie der Ausbildung von 21 zertifizierten Naturparkführern wichtige Meilensteine in der Naturparkarbeit erreicht worden.
Zu den Highlights der Naturparkaktivitäten im vorangegangenen Vierteljahrhundert zählte Felchle beispielhaft die Medaille beim Bundeswettbewerb der Naturparke 1984 für die Nutzungskonzeption der Zaberfelder Stauseen, die Ausweisung der „Wandermagneten“ Waldenserweg und Eppinger Linienweg, die Einrichtung des Barfußparks Ötisheim oder den Ausbau des Derdinger Horns als Erholungsschwerpunkt.
Zur Erhaltung der einzigartigen Landschaft müssten Naturschutz, Landnutzung und Tourismus vernetzt werden. „Landschaftspflege mit Messer und Gabel“ lautet die zentrale Umsetzungsstrategie des Naturparks bei der Landschaftserhaltung. Mit Aktionen wie dem Brunch auf dem Bauernhof am ersten Augustsonntag, der Ausrichtung eines Naturparkmarktes in Kürnbach oder der Etablierung von Naturparkwirten will der Naturpark die hiesigen Erzeuger und die Verbraucher zusammenbringen und zugleich den Zusammenhang zwischen der Landschaftsnutzung und der Landschaftserhaltung aufzeigen. Zugleich werde mit solchen Veranstaltungen auch die Bekanntheit des Naturparks als Erholungslandschaft gesteigert. „Im Umkreis von 30 PKW-Minuten leben 1,2 Millionen Menschen, für die der Naturpark einen wichtigen Erholungsraum, quasi den idyllischen Hinterhof der Ballungsräume, darstellt“, sieht Naturparkgeschäftsführer Dietmar Gretter ein großes Potenzial im Naherholungsbereich. Mit dem Bauernhofbrunch oder dem Einkauf frischer Produkte direkt beim Erzeuger könnten diese Menschen Genuss und ländliches Erleben mit einem Beitrag zur Erhaltung der Landschaft verbinden. Eine wichtige Aufgabe für die Zukunft sieht Gretter in der Umweltbildung. Mit dem Naturparkzentrum am Stausee Ehmetsklinge, mit den Angeboten der Naturparkführer und mit Aktionen wie dem Naturerlebnistag am 19. September kann der Naturpark auf ein vielfältiges Instrumentarium zugreifen, wenn es darum geht, Kindern und Jugendlichen Natur und Heimat altersgerecht näher zu bringen. Mit einem Anschreiben und einem Informationstag für Schulen und Kindergärten hat der Naturpark bereits die Initiative ergriffen, um den Stromberg-Heuchelberg als Naturerlebnis- und Umweltbildungregion zu etablieren.
Einen wachsenden Stellenwert misst Felchle der Zusammenarbeit der baden-württembergischen Naturparke zu. „Die Naturparke sind ein Pfund, mit denen das Land stärker als bisher wuchern kann, dazu müssen sie aber gemeinsam auftreten“, so Felchle. Die 2005 gegründetet AG Naturparke habe dazu beigetragen, die Präsenz der Naturparke in den Köpfen der potenziellen Besucher und der Entscheidungsträger deutlich zu stärken. Als eine der Aktivitäten präsentierte Felchle das gemeinsam mit der Tourismusmarketing Baden-Württemberg entstandene Magazin ECHTZEIT. Unter ihrem neuen Motto „Mehr Natur. Mehr erleben. Naturparke.“ waren bzw. sind die Naturparke 2010 auf der CMT und auf dem Landwirtschaftlichen Hauptfest präsent.